Tour de Suisse

Der Kampf ums Leadertrikot ist lanciert

In Hochform: Stefan Küng hält auf einer Strecke, die auf Leichtgewichte zugeschnitten ist, bis auf die Zielgerade mit den Besten mit und reiht sich als Siebter ein. Bild: Keystone-SDA

Die 5. Etappe der Tour de Suisse hatte es in sich: der Ausfall von Gino Mäder, zahlreiche positive Coronafälle inklusive Rückzug des Teams Jumbo-Visma, die brütende Hitze sowie ein packendes Finale, das mit dem Etappensieg des neuen Leaders Alexander Wlassow endete.

Einen Tag vor der ersten Bergankunft haben die Favoriten im Tessin den Kampf um den Gesamtsieg lanciert. Von Ambri nach Novazzano im südlichsten Zipfel der Schweiz lieferten sich die Anwärter auf den Sieg bei Temperaturen deutlich über 30 Grad Celsius ein Ausscheidungsrennen. Der Russe Alexander Wlassow, im Frühling bereits Sieger der Tour de Romandie, erwies sich dabei als stärkster Fahrer.

Wlassow setzte sich im ansteigenden Finish zur Ziellinie aus einer Fünfer-Spitzengruppe knapp vor dem Amerikaner Neilson Powless durch. Dritter wurde nach 190,1 km der Däne Jakob Fuglsang, der im Gesamtklassement sechs Sekunden hinter Wlassow neu Zweiter ist. Als Dritter folgt mit sieben Sekunden Rückstand der ehemalige Tour-de-France-Sieger Geraint Thomas aus Grossbritannien.

Wlassow, Fuglsang und Thomas sind drei der Anwärter, die im Kampf um den Gesamtsieg nicht nur wegen ihrer aktuellen Klassierung in der Gesamtwertung ein Wort mitreden. Aus dem Kreis der Siegkandidaten gefallen ist mit grösster Wahrscheinlichkeit Remo Evenepoel. Der Topfavorit aus Belgien büsste in der Hitze über zwei Minuten auf Wlassow ein. Nicht unerwartet sehr früh abreissen lassen musste der bisherige Leader der Schweizer Landesrundfahrt, der Brite Stephen Williams.

Mit Stefan Küng (7.), der nur sechs Sekunden verlor, und Sébastien Reichenbach (10.) klassierten sich in Novazzano auch zwei Schweizer in den Top 10. Küng, der zuvor schon bei drei von vier Etappen unter den ersten zehn ins Ziel kam und zum dritten Mal Siebter wurde, belegt in der Gesamtwertung nach wie vor den 5. Rang. Der Rückstand des Thurgauers beträgt 16 Sekunden.

Küng fährt nicht nur die konstanteste, sondern vielleicht auch seine stärkste Tour de Suisse. Dass er im hügeligen Finale mit den Besten mithalten konnte, ist erstaunlich – umso mehr, weil der 28-Jährige bei solchen Bedingungen in der Vergangenheit oftmals Mühe bekundet hatte und eigentlich als „Regenspezialist“ gilt.

Der Walliser Reichenbach (0:43 Sekunden zurück) ist neu Neunter. Marc Hirschi, dem auf dieser Etappe durchaus etwas zugetraut wurde, läuft es dagegen weiterhin nicht nach Wunsch. Der Berner verlor im Tessin rund eine Minute auf die Spitze und fiel in der Gesamtwertung aus den Top 10.

Den ersten Rückschlag hatten die Schweizer bereits vor dem Start hinnehmen müssen. Gino Mäder, im Vorfeld der Tour der vermeintliche Trumpf in der Gesamtwertung, startete wegen seiner Magen-Darm-Probleme nicht mehr zur Etappe. Auf Anraten seiner Ärzte stieg der Berner, der bereits in der 1. Etappe entscheidend an Zeit verloren hatte, mit Blick auf die Tour de France aus.

Die Frankreich-Rundfahrt beginnt in zwei Wochen. Mit bangem Blick schaut auch das Team Jumbo-Visma auf den Saison-Höhepunkt. Wegen mehrerer Corona-Fälle zog sich das Team komplett aus der Tour de Suisse zurück. Mindestens neun positiv auf das Virus getestete Fahrer oder Staff-Mitglieder bei vier Teams sorgen für Unruhe bei den Organisatoren.

Am Freitag folgt mit der 6. Etappe über 177,5 km von Locarno ins Wallis zur Moosalp die erste von zwei Bergankünften dieser Tour de Suisse. Vor dem 18 km langen Schlussanstieg ist rund zur Hälfte der Strecke noch der 2478 Meter hohe Nufenenpass zu überwinden. Gelände, in welchem sich Alexander Wlassow sehr wohl fühlt.

Text: Keystone-SDA

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