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Workshop Fribourg Bike Friendly

Von Trails und Teamwork: Die Erfolgsformel hinter dem Freiburger Mountainbike-Boom

Im Glâne-Bezirk sind Strecken im Rahmen eines Pilotprojektes von Schweiz Mobil signalisiert worden. Bild: Freiburger Tourismusverband

Der Kanton Freiburg wird in letzter Zeit regelmässig als Musterbeispiel für die kantonale Entwicklung des Mountainbikens herangezogen. Wie gelingt es dem Projekt Bike-In FR25, unterschiedliche Akteure aus Tourismus, Politik, Verwaltung und Vereinen zusammenzubringen? Der Workshop des Vereins Fribourg Bike Friendly vom 28. Mai lieferte Antworten.

Im Rahmen des Projekts Bike-In FR25 fand zum zweiten Mal ein Workshop statt, der das Ziel hatte, einen Überblick über die Entwicklung des Mountainbike-Wegnetzes im Kanton Freiburg zu liefern. Am Vormittag konnten die Teilnehmenden bei einer E-Bike-Tour zunächst die signalisierten Routen in Grossfreiburg kennenlernen. Am Nachmittag standen verschiedene Vorträge auf dem Programm: Alexandre Roduit, Geschäftsführer von Fully Tourisme, Maxence Carron, CEO von e-alps und Joël Dunkl, Trailspezialist bei Allegra, vermittelten inspirierende Ideen für die Entwicklung eines originellen MTB-Angebots. Darüber hinaus erinnerte der Freiburger Regierungsrat Olivier Curty an das touristische Potenzial des Mountainbikens und zeigte sich erfreut über die aktuellen Bestrebungen, dieses auf kantonaler Ebene zu erschliessen, zumal das Wegnetz laufend ausgebaut und offizialisiert wird.

Chronologie eines Projekts, das Fahrt aufgenommen hat

Um den Stand des heutigen Projekts zu verstehen, ist ein Blick in die Vergangenheit nötig. 2018 brachte Pierre-Alain Morard, Direktor des Freiburger Tourismusverbands (FTV), erstmals Akteur/innen aus der Freiburger MTB-Szene zusammen. Die Unterstützung des FTV und der kantonalen Wirtschaftsförderung ermöglichte es, Diskussionen zu führen, Kontakte zu knüpfen und das Vorgehen zu strukturieren. 2021 wurde das von einer breit abgestützten Interessengemeinschaft getragene Projekt Bike-In FR25 von der NRP (Neue Regionalpolitik) mit einem Beitrag von 450’000 CHF unterstützt und parallel dazu ein Projektauftrag an die Firma FRide vergeben. Die beiden Projektverantwortlichen Fred Perritaz und Fabien Clément haben seither ein Routeninventar durchgeführt, laufende Infrastrukturprojekte erfasst und eine kantonale Strategie erarbeitet, die Ende 2024 publiziert wird.

Auch der Kanton selbst blieb nicht untätig. Das im November 2021 verabschiedete neue Mobilitätsgesetz regelt Planung, Bau, Finanzierung, Unterhalt und Signalisation von MTB-Infrastrukturen. Bereits mit Inkrafttreten des Veloweggesetzes 2023 war der Aufbau eines Netzes von Freizeitrouten einschliesslich MTB deshalb im kantonalen Gesetz verankert. Der neue gesetzliche Rahmen brachte einige Anpassungen und neue Planungsanforderungen an den bereits seit 2018 bestehenden Sachplan Velo (inkl. MTB), nicht zuletzt aufgrund der rasanten Entwicklung der Velo- und MTB-Praxis (z.B. mit dem steigenden Elektroanteil).

Die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Förderung des Mountainbikens sind in Freiburg also gegeben. Der MTB-Wegnetzplan liegt derzeit beim Kanton und wird anschliessend öffentlich aufgelegt. Bis heute konnten bereits einige Strecken rund um Grossfreiburg und die Glâne, im Rahmen von Pilotprojekten in Zusammenarbeit mit Schweiz Mobil, signalisiert werden. Das künftige MTB-Wegnetz wird sich teilweise mit dem Fusswegnetz überschneiden. Die Kampagne «Terrain für alle, nicht alles erlaubt» des Vereins Fribourg Bike Friendly sensibilisiert daher für ein harmonisches und naturverträgliches Miteinander.

Gemeinsam einen Gang hochschalten

Neben den administrativen Tätigkeiten besteht ein zentraler Aspekt der Arbeit von Bike-In FR25 darin, die Gemeinden vom Mehrwert einer bikefreundlichen Infrastruktur zu überzeugen und sie mit Tourismusanbietern und Ausrüstern zu vernetzen. Zur Stärkung der eigenen Position wurde die Interessengemeinschaft ohne Rechtsstatus in den Verein Fribourg Bike Friendly umgewandelt. Langfristig strebt der Verein ein attraktives, koordiniertes, nachhaltiges und digitales Angebot an, das alle Stakeholder zusammenbringt. So wurde anlässlich des Workshops ein praktischer Leitfaden vorgestellt.

Seinen Erfolg verdankt das Projekt Bike-In FR25 dem starken Willen der kantonalen Behörden und einem breit abgestützten Vorgehen. Swiss Cycling ist bestrebt, diesen Prozess zu begleiten, um das bewährte Rezept anderen Kantonen weiterzugeben, damit diese es entsprechend ihren Bedürfnissen anpassen können.

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