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MTB-News aus den Kantonen

Halbzeitbericht: Wo die Kantone bei der Planung der Mountainbike-Netze stehen

Bild: Quelle: @andographie

Der Sommer 2025 ist ein wichtiger Meilenstein für die Umsetzung des Veloweggesetzes (VWG). Anfang 2023 in Kraft getreten ist, haben die Kantone und Gemeinden bis Ende 2027 Zeit, ihre Velonetze zu planen. Eine Zwischenbilanz gibt unter anderem auch Aufschluss über den Stand der Planung der Mountainbike-Netze. Ein guter Grund, mal einen genaueren Blick in die Kantone zu werfen.

Ende 2024 haben das Bundesamt für Strassen (ASTRA) und SchweizMobil den Stand der Planungen in den Kantonen mittels einer Umfrage erfasst. Mit Fokus auf die MTB-Netze lassen sich zusammenfassend folgende Erkenntnisse festhalten:

  • 16 Kantone haben eine Fachstelle mit konkreten Aufgaben im Bereich Mountainbiken eingerichtet. Sieben Kantone haben zwar eine Stelle eingerichtet, deren Aufgabenbereich jedoch nicht festgelegt. In den Kantonen Waadt, Solothurn und Appenzell Innerrhoden fehlt eine zuständige Stelle bis anhin.
  • In mehreren Kantonen war eine Anpassung der gesetzlichen Grundlagen nötig. Bereits vollzogen wurde diese in Freiburg, Bern, Uri, Glarus und Schwyz. Weitere Kantone werden bis 2027 folgen, wobei Zürich und Aargau zunächst langfristige Planungen vollziehen. Andere Kantone sehen hingegen keinen Bedarf für eine Änderung ihrer derzeitigen Gesetzgebung.
  • Was die konkreten Planungsinstrumente für die Mountainbike-Netze betrifft, stützen sich die meisten Kantone auf den kantonalen Richtplan. Einen anderen Ansatz verfolgen Luzern und Tessin, die regionale bzw. kommunale Richtpläne verwenden werden. In den Kantonen Zürich, Waadt und Genf ist das gewählte Planungsinstrument noch offen.
  • Schliesslich gaben ein Grossteil der Kantone an, die Planungsfristen für die Mountainbike-Netze einhalten zu können. Bemerkenswerte Ausnahmen sind Jura, Zürich, Appenzell Innerrhoden, St. Gallen und Wallis, die angekündigt haben, dass ihre Netze erst nach 2027 genehmigt werden. Graubünden hat die Planung hingegen bereits abgeschlossen.

Gemäss Einschätzung von ASTRA und SchweizMobil seien die Kantone für die nächste grosse Herausforderung, die Realisierung der Netze bis 2042, gut gerüstet. Swiss Cycling gibt allerdings zu bedenken, dass die Antworten keinerlei Hinweise auf die Qualität der Netze geben. Eine erfolgreiche Planung muss unbedingt den tatsächlichen Bedürfnissen der Nutzenden entsprechen. Daher ist es für die Mountainbike-Community zentral, die Netzpläne aufmerksam zu verfolgen, um sicherzustellen, dass sie der aktuellen Praxis entsprechen.

News aus den Kantonen

Zürich: Neustart für die MTB-Organisationen

Die Mountainbike-Community im Kanton Zürich organisiert sich neu. Der bisherige Kantonalverband Trailfriends hat seine Auflösung angekündigt, um Platz zu machen für die Interessengemeinschaft (IG) Mountainbike Zürich. Die IG wird die wichtigsten Mountainbike-Clubs und -Verbände des Kantons umfassen. Auf Initiative von Züritrails gegründet, dem grössten Mountainbike-Verein der Schweiz mit Sitz in der Stadt Zürich, wird die IG mit breiter Unterstützung, die von Trailfriends begonnene Arbeit zur Förderung des Mountainbikesports im Kanton Zürich fortsetzen. Weitere Informationen sind im Artikel von Ride zu finden.

Schaffhausen: Bikepark-Projekt bewilligt

Seine modernisierte Website konnte der Verein Trail Solution SH gleich mit guten Neuigkeiten einweihen: Die Stadt Schaffhausen hat grünes Licht für einen Bikepark am Stadtrand gegeben. Ein wichtiger Schritt für den lokalen Sport!

St. Gallen: Mountainbike-Strategie verabschiedet

Dem grossen Engagement der lokalen Community rund um Biketrails Ostschweiz ist es zu verdanken, dass das Kantonsparlament im Juni 2025 die kantonale MTB-Strategie einstimmig verabschiedet hat. Diese beinhaltet die Koexistenz auf klassierten Wegen, sofern kein ausdrückliches Verbot besteht. Planung und Unterhalt der Wege obliegen den Gemeinden, die hierfür finanzielle Unterstützung vom Kanton beantragen.

Parallel dazu hat der Verein FunPark-SG, der den Waldeggtrail bei St. Gallen betreibt, bis 2032 eine jährliche finanzielle Unterstützung von der Stadt sowie von der Nachbargemeinde Teufen erhalten, die zusammen mit privaten Spenden mittelfristig den Unterhalt des Trails gewährleisten sollten.

Solothurn: Eine Kehrtwende mit Seltenheitswert

Ursprünglich sah der Entwurf des neuen Waldgesetzes vor, Mountainbikes auf Wegen zu verbieten, die nicht ausdrücklich dafür vorgesehen waren. Dank einer engagierten Mobilisierung wurde diese Bestimmung jedoch zurückgezogen. Nun lautet das Ziel, der Bevölkerung auf dem bestehenden Wegenetz das Velofahren zu ermöglichen. In einer gemeinsamen Mitteilung plädieren die IG MTB SO, die Solothurner Wanderwege, die Waldbesitzer und weitere Partner dafür, als Basis für die Definition des Wegnetzes die Karten von Swisstopo zu nutzen und regen zudem einen Dialog im Rahmen der regionalen Waldentwicklungspläne an. Anfang Juli hat der Staatsrat den Entwurf für ein neues kantonales Waldgesetz verabschiedet und das Geschäft an den Grossen Rat weitergeleitet.

Freiburg: Das Angebot wächst

Mit dem Projekt Bike-In FR25 treibt der Kanton die Entwicklung des Mountainbikens weiter voran. Im Rahmen einer Sensibilisierungskampagne zum Thema Koexistenz wurden diesen Sommer 5.000 Klingeln an Velofahrende verteilt. Parallel dazu wird das Mountainbike-Angebot laufend ausgebaut. Ein wichtiger Meilenstein ist die Einweihung des neuen Flowtrails im Schwarzsee am Sonntag, dem 7. September. Eine Liste, der im Rahmen von Bike-In FR25 realisierten Projekte ist hier zu finden.

Fazit

Der Ausbau des Mountainbike-Netzes schreitet zur Halbzeit der im VWG vorgesehenen Planungsfrist in den einzelnen Kantonen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit voran. Während einige Kantone bemerkenswerte Ambitionen und Umsetzungskapazitäten zeigen, fällt es anderen schwer, ihre Vorgehensweise zu strukturieren. Die Rolle der lokalen und kantonalen Verbände, Mountainbike-Clubs und Interessengruppen ist daher entscheidend, damit die Stimme der Mountainbikenden gehört wird.

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