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Positionspapier

Die Freizeitaktivitäten im Wald müssen ganzheitlich betrachtet werden

Bild: Sam Buchli

Die Forderung von WaldSchweiz, die Bike-Community für die Nutzung von Trails im Wald zur Kasse zu bitten, zielt an der Realität vorbei. Die Thematik erfordert eine ganzheitliche und gleichzeitig differenzierte Betrachtungsweise. Swiss Cycling zeigt in einem Positionspapier Tatsachen, Herausforderungen und Lösungsansätze auf.

Der Wald dient unterschiedlichsten Interessengruppen als Raum für aktive Erholung. Genutzt wird er unter anderen von Wanderern, Reiterinnen, Hundehaltern, Pilzsammlerinnen, Jägern und Mountainbikerinnen. Steht jedoch der steigende Nutzungsdruck auf die Naherholungsgebiete zur Debatte, sehen sich zumeist ausschliesslich die Mountainbikenden mit Kritik konfrontiert.

Natürlich ist die Bike-Community in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen, natürlich spielt die Elektrifizierung des Velos hierbei eine Rolle. Gleichzeitig entspricht es einem Bedürfnis der Massen, nach vollbrachtem Tagwerk oder am Wochenende im Wald eine Bike-Runde zu drehen. 2022 fuhren 10,9 Prozent Schweizerinnen und Schweizer im Alter von über 15 Jahren Mountainbike; der eindrückliche Wert dürfte mittlerweile noch höher geworden sein. Es ist kein Zufall, verpflichtet das Anfang 2023 in Kraft getretene Veloweggesetz landesweit sämtliche Kantone und Gemeinden explizit, bis Ende 2027 attraktive Mountainbike-Wegnetze zu planen und deren Umsetzung bis Ende 2047 abzuschliessen.

Das bedeutet keineswegs, dass Swiss Cycling als Interessenvertretung der Mountainbikerinnen und Mountainbiker freie Fahrt fordert – im Gegenteil: Intakte und gesunde Wälder liegen uns am Herzen; wir plädieren für Koexistenz und Lenkungsmassnahmen, wobei bei deren Erarbeitung alle relevanten Stakeholder involviert werden müssen. Die Frage nach einer Entschädigung für Waldeigentümerinnen und -eigentümer müssen die Beteiligten für die jeweiligen Regionen klären; für eine nationale Lösung sind die Unterschiede bei den Rahmenbedingungen zu gross.

Aus juristischer Sicht bedarf es zunächst einer Differenzierung zwischen den unterschiedlichen Arten von Wegen – vornehmlich zwischen Trails und Routen, die von allen Interessengruppen genutzt werden können, und spezifischen MTB-Anlagen, die ausschliesslich für das Mountainbiken bestimmt sind. In der Folge gilt es, die Ursachen des Nutzungsdrucks zu analysieren. Basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, werden die vermeintlich negativen Auswirkungen des Bikens auf den Wald im Positionspapier von Swiss Cycling relativiert – ein für diese Diskussion insbesondere aufgrund anderslautender Vorurteile zentraler Aspekt.

Der Handlungsbedarf in dieser Thematik ist offensichtlich, die ganzheitliche Betrachtungsweise der Freizeitaktivitäten im Wald elementar. Klar ist: Nachhaltige Lösungen lassen sich nur finden, sofern die Anliegen sämtlicher Beteiligter berücksichtigt werden.


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