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Pascal Benaglia

«Ich sage jeweils, Trial ist wie das Leben»

Im Zeichen des Nachwuchses: Wie hier beim Swiss Cup in Valbirse werden in Lausanne Kinder und Jugendliche im Zentrum stehen. Bild: Gabriele Fusco (GFphoto.ch)

Im Vorfeld der UCI Trials World Youth Games 2026, die vom 24. bis am 26. Juli in Lausanne stattfinden, spricht Nationaltrainer Pascal Benaglia über die Schweiz im internationalen Vergleich, den Nachwuchs und die Ambitionen. Mehr als 16 Nationen werden an den Titelkämpfen erwartet, teilnahmeberechtigt sind Athletinnen und Athleten im Alter von 9 bis 16 Jahren.

Welche Nationen dominieren den Trial-Sport – und wo befindet sich die Schweiz?

Pascal Benaglia: Spanien ist klar die Nummer 1. Frankreich ist ebenfalls sehr gut aufgestellt, auch England verfügt über mehrere starke Athletinnen und Athleten. Die Schweiz ist nicht ganz vorne dabei, gehört bei der Elite jedoch zu den Top 8.

Wie sieht es derzeit bei den besten Schweizer Athletinnen und Athleten aus?

Die laufende Saison ist bei uns leider von Verletzungen geprägt. Lucien Leiser war betroffen, ebenso Silas Amstutz, der sich am Knöchel operieren lassen musste. Zu den auffälligsten Athleten gehört Zeno Pezzati in der 20-Zoll-Kategorie. Er wurde im vergangenen Jahr dreimal Junioren-Schweizermeister und startet inzwischen bei der Elite. In der 26-Zoll-Kategorie gehört Vito Gonzalez zu den stärksten Fahrern, nicht zuletzt dank eines halbjährlichen Trainingsaufenthalts in Spanien. Loïc Vuillème hat ebenfalls viel Potenzial, genau wie Tom Blaser, der sich leider kürzlich verletzt hat. Bei den Frauen gehören Shirin Sieber und Debi Studer zur erweiterten Spitze.

Schauen wir auf die Nachwuchsförderung: Die World Youth Games richten sich an Athletinnen und Athleten zwischen 9 und 16 Jahren. Ab welchem Alter kann ein Kind grundsätzlich mit Trial beginnen?

Wenn ich ein Alter nennen müsste, würde ich sechs Jahre sagen. Das ist ungefähr die Grenze, auch bezüglich des Materials, denn vorher ist es sehr schwierig, ein geeignetes Fahrrad zu finden. Hinzu kommt die Frage der Konzentration. Trial ist eine sehr technische Sportart, und für die Jüngsten ist es nicht immer einfach, aufmerksam zu bleiben und die ersten Schwierigkeiten zu meistern – auch wenn man zu Beginn viel fährt und noch keine Sprünge macht.

Ist Trial eine anspruchsvolle Sportart für den Einstieg?

Ja, sie ist sehr anspruchsvoll. Ich sage jeweils, Trial ist wie das Leben: Man trifft auf Hindernisse. Manchmal überwindet man diese sofort, aber oft muss man es mehrmals versuchen, Niederlagen akzeptieren und die Motivation bewahren, um weiterzukommen. Genau das macht diese Sportart so faszinierend.

Ab welchem Alter sichtet Swiss Cycling Talente?

Bei Swiss Cycling beginnt die Talentidentifikation im Trial und im BMX ab zehn Jahren, in den Ausdauer- und Gravity-Disziplinen ab zwölf Jahren. Dabei gilt: Die Youth Games ermöglichen bereits eine Teilnahme ab neun Jahren.

Wie steht die Schweiz bei den jungen Athletinnen und Athleten im Vergleich zu anderen Nationen da?

Das hängt stark von der Kategorie und den Jahrgängen ab. Teilweise sind die Resultate sehr gut. Nina Rubattel beispielsweise gewann bei den letzten Youth Games zwei Bronzemedaillen, was zeigt, dass die Schweiz sehr gut mithalten kann. Hinzu kamen im letzten Jahr weitere Spitzenresultate, unter anderem ein fünfter und ein sechster Platz. Insgesamt schlägt sich die Schweiz gut.

Welche Chancen haben die Schweizerinnen und Schweizer in diesem Jahr in Lausanne?

In einigen Kategorien können wir auf gute Resultate hoffen. Bei den U16 ist Nayan Finsterwald derzeit stark im Aufwind, und ich habe grosse Erwartungen an ihn, zumal er zu Hause startet. Bei den U14 und U12 wird es schwieriger, weil mehrere unserer besten Athletinnen und Athleten erstmals in dieser Kategorie antreten; das erste Jahr in einer neuen Kategorie ist immer anspruchsvoll. Auch bei den U10 haben wir einige interessante junge Athleten.

Und wie sieht es bei den Mädchen aus?

Elissa Bongard hat in Lausanne gute Aussichten auf ein gutes Ergebnis. Artemis Van de Ven ist sehr stark, aber auch sie wechselt in eine höhere Kategorie, was die Aufgabe erschwert. Jayla de Blaireville verfügt technisch ebenfalls über viel Potenzial. Insgesamt bin ich positiv gestimmt: Ich denke, dass wir gute Resultate erzielen können.

Was motiviert Sie persönlich in Ihrer Rolle als Nationaltrainer am meisten?

Ich liebe den Sport, ich habe Trial schon immer gemocht. Früher war ich in meinem Umfeld praktisch der Einzige, der diese Disziplin ausübte. Es gab kein Vorbild. Es ist also eine Leidenschaft, die mich schon lange begleitet, und später wurde daraus auch mein Beruf, neben meiner Tätigkeit als Sportlehrer. Heute motiviert mich vor allem zu sehen, wie sich Trial in der Schweiz weiterentwickelt. In den letzten Jahren ist es uns gelungen, das Niveau zu erhöhen, auch mit Hilfe von Jérôme Chapuis, meinem früheren Trainerkollegen. Diese Entwicklung ist das, was mich am meisten antreibt.

2013 fanden die World Youth Games in Moudon statt, und sie waren ein Erfolg. Was bedeutet die Rückkehr der Spiele in die Schweiz?

Ich freue mich sehr, dass die Schweiz diesen Anlass erneut ausrichten darf. Lausanne bietet der Disziplin eine hervorragende Bühne. Es wird eine schöne Show, die ein breites Publikum anspricht, auch Menschen, die diese Sportart noch nie gesehen haben. Ich hoffe, dass viele kommen werden, um Trial zu entdecken.

Pascal Benaglia

ist Trial-Nationaltrainer und lebt im Tessin

World Youth Games 2026: Das Schweizer Aufgebot

Die Schweiz ist an den World Youth Games in Lausanne mit einem 26-köpfigen Ensemble vertreten. Selektioniert wurden die folgenden Athletinnen und Athleten:

Knaben U16: Julien Brunet (Rixheim FRA), Louis Bucher (Bassecourt JU), Nayan Finsterwald (Corban JU), Nathan Sommer (Vordemwald AG), William van de Ven (Mézières VD).

Knaben U14: Lohan Bongard (Sédeilles VD), Malo Bucher (Bassecourt JU), Naim Habegger (Tramelan BE), Nando Hunziker (Rothrist AG), Robin Kottelat (Montsevelier JU).

Knaben U12: Liam Pavia (Malvaglia TI), Flurin Stöcker (Zofingen AG), Liam Vonlanthen (Trey VD).

Knaben U10: Noah L’Eplattenier (Ropraz VD), Ennis Moor (Vordemwald AG), Eric Ostini (Malvaglia), Evan Righetti (Malvaglia).

Mädchen U16: Elissa Bongard (Sédeilles VD), Mae Butty (Prez-Vers-Siviriez FR), Salome Frey (Wallisellen ZH), Artemise van de Ven (Mézières VD), Léona Vonlanthen (Trey VD).

Mädchen U13: Nina Christen (Brütten ZH).

Mädchen U10: Jayla De Blaireville (Moudon VD), Coline Monnin (Montet/Glâne FR), Aline Pavia (Malvaglia TI).

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