Veloweggesetz

Die Verabschiedung ist nur das Startsignal – nun sind Taten gefragt

Bild: Keystone

Swiss Cycling begrüsst die Annahme des Veloweggesetzes durch das Parlament. Gleichzeitig fordert der Radsportverband den Bund auf, selbst Verantwortung zu übernehmen. «Der Bund muss eine nationale Strategie vorlegen und die Koordination übernehmen, damit die Ziele erreicht werden können», sagt Co-Präsident Franz Gallati.

Das Velo ist das Verkehrsmittel der Gegenwart. Die Verkaufszahlen gehen durch die Decke, und sie würden noch höher ausfallen, sähen sich die Händler nicht mit unterbrochenen Lieferketten konfrontiert. Die Bevölkerung hat die Zeichen der Zeit längst registriert, sprachen sich doch 73,6 Prozent der Stimmberechtigten für die Annahme des Bundesbeschlusses Velo aus. Das war 2018, anderthalb Jahre vor Corona. «Seit Beginn der Pandemie ist die Anzahl der Velofahrenden in der Schweiz nochmals markant gestiegen. Alles andere als ein deutliches Ja der Bundesversammlung zum Veloweggesetz hätte nicht dem Volkswillen entsprochen», hält Franz Gallati fest.

Für den Co-Präsidenten von Swiss Cycling stellt die Verabschiedung des Bundesgesetztes über Velowege das Startsignal zur Errichtung einer zeitgemässen Veloinfrastruktur dar. «Kantone und Gemeinden haben am 18. März den Auftrag erhalten, in den nächsten fünf Jahren ein den Bedürfnissen der Velofahrenden gerecht werdendes Wegnetz zu planen und die Umsetzung bis spätestens 2042 zu vollziehen. Das ist begrüssenswert, aber auch schlicht und einfach nötig; es besteht grosser Handlungsbedarf», lässt Gallati verlauten. Aktuell sei die Schweiz sehr weit von zusammenhängenden, routentechnisch attraktiven und sicheren Velowegnetzen entfernt. «Je besser unsere Netze sind, desto mehr Leute werden auf das Velo umsteigen.»

So erfreulich die Entwicklung auch ist: Zum Ziel führen wird das derzeit geplante Vorgehen nicht – der Bund muss in eine aktive Rolle schlüpfen. «Wird eine Vorlage wie der Bundesbeschluss Velo von fast drei Vierteln der Bevölkerung angenommen, kann sich der Bund nicht aufs Delegieren beschränken. Er muss nicht nur Verantwortung übertragen, sondern auch übernehmen», stellt Gallati klar. Was die Finanzierung der Veloinfrastruktur betrifft, ist die Grundlage in Form des Bundesgesetzes über den Fonds für die Nationalstrassen und den Agglomerationsverkehr bereits vorhanden. Schon eine geringe Erhöhung des Anteils für den Veloverkehr würde reichen, um die Finanzierung des nötigen Ausbaus landesweit zu gewährleisten. «Das E-Bike ermöglicht den Velofahrenden, über längere Distanzen zu pendeln; die Schweiz benötigt deshalb ein nationales Schnellroutennetz für Velos. Dabei muss der Bund den Lead übernehmen.»

Velofahren ist gesund und umweltfreundlich. Velofahren trägt zur Lösung der im urbanen Raum vorherrschenden Verkehrsprobleme bei. Das Velo ist nicht nur das Verkehrsmittel der Gegenwart, sondern auch jenes der Zukunft.

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