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EM Monteceneri

In der Tessiner Sommerhitze regnet es für die Schweiz Medaillen

Gold und Silber für die Schweiz: Sina Frei jubelt, Alessandra Keller (hinten rechts) hält die Schwedin Jenny Rissveds auf Distanz. Bild: Maxime Schmid

Sechs Short Track-Rennen, acht Medaillen – das Schweizer Nationalteam hat sich zum Auftakt der MTB-Europameisterschaften in Monteceneri in brillanter Verfassung präsentiert. Sina Frei und U23-Athletin Lea Huber durften sich bei Temperaturen von bis zu 35 Grad im Schatten gar Gold überstreifen lassen.

In Anbetracht des Potenzials hätte es wieder zu einem „Triple“ kommen können – zu einem Schweizer Dreifachsieg, wie ihn Jolanda Neff, Sina Frei und Linda Indergand an den Olympischen Spielen 2021 in Tokio realisiert hatten. Doch nachdem Nicole Koller zu Fall gekommen und Ronja Blöchlinger wegen eines technischen Defekts aus der Entscheidung gefallen war, bildeten Sina Frei und Alessandra Keller nach gut der Hälfte des Short Track-Elite-Rennens mit der Schwedin Jenny Rissveds ein Spitzentrio, welches sich deutlich von der Konkurrenz abgesetzt hatte.

Letztlich verfügten beide Schweizerinnen über mehr Reserven als die Weltcupleaderin; Frei reüssierte vor Weltmeisterin Keller und liess sich erstmals als Europameisterin feiern. „Es war sehr cool, dass wir Schweizerinnen als Gruppe die Pace bestimmen konnten, und es freut mich riesig, dass ich zuhause gewinnen konnte und wir zu zweit auf dem Podest standen“, hielt die Zürcherin fest. Im Rennen der Männer bestimmten Luca Schätti und Dario Lillo über längere Zeit das Tempo, ehe sie den Brite Charlie Aldridge und den Italiener Juri Zanotti vorbeiziehen lassen mussten. Lillo sicherte sich Bronze, Titelverteidiger Schätti landete auf Platz 5.

Huber fährt nach Aufholjagd zum Titel

In der U23-Kategorie setzte Lea Huber ein dickes Ausrufezeichen. Die Aargauerin startete in der Mitte des Feldes, schob sich jedoch kontinuierlich nach vorne, zündete in der letzten Runde den Turbo und liess sich vor der Neuenburgerin Elina Benoit als Europameisterin feiern. „Es war heiss, schnell und dadurch richtig hart, aber ich spürte früh, dass es gut läuft. Kurz vor Schluss registrierte ich, dass ich noch etwas Energie übrighatte. Das Gefühl, in diesem Moment angreifen und in Führung gehen zu können, war einfach unglaublich“, sagte Huber. Benoit wiederum meinte, sie sei „super happy“, ihre erste internationale Medaille in einem Heimrennen gewonnen zu haben.

Von einem „nahezu perfekten Rennen“ sprach Nicolas Halter, welcher sich einzig Paul Schehl geschlagen geben musste; der Rückstand auf den Deutschen belief sich lediglich auf drei Sekunden. „Ich konnte meine Karten spielen, am Schluss alles reinwerfen – und dann war einer einfach stärker“, resümierte der Appenzeller, welcher mit 20 Jahren zu den Jüngeren im U23-Feld gehört. Ebenfalls eine hervorragende Darbietung zeigte Khalid Sidahmed; der Zürcher reihte sich als Fünfter ein.

Zweimal Silber in der U19-Kategorie

Nicht minder erfreulich verliefen aus Schweizer Sicht die Wettkämpfe in der U19-Kategorie. Shana Huber reihte sich umgehend in den Top 5 ein, wurde im Verlauf des Rennens immer stärker, kämpfte mit Nikoletta Kiss über mehrere Minuten um Rang 2, ehe sie die Ungarin stehen liess und noch bis auf fünf Sekunden auf die nachmalige Siegerin Barbora Bukovska aus Tschechien herankam. „Bei der Attacke der Tschechin war das Tempo für mich etwas zu hoch. Ich zog meine Pace durch und freue mich riesig über die Silbermedaille. Das war eines der besten Rennen in meiner bisherigen Karriere“, liess die Aargauerin verlauten.

Ebenfalls auf Rang 2 landete Marwan Barhoumi. Der Freiburger war von Beginn weg Teil der Spitzengruppe. Als der Franzose Noa Filippi kurz vor Ende der zweitletzten Runde das Weite suchte, befand sich Barhoumi hinter zwei anderen Konkurrenten und konnte nicht umgehend reagieren. Als er wieder freie Fahrt hatte, zog er das Tempo an und vermochte sich von den restlichen Mitgliedern der Gruppe abzusetzen. „Ich war eingeklemmt, als Filippi angriff, meine Reaktion kam deshalb wohl ein bisschen zu spät. Aber es war ein super Rennen und ich bin mit dem zweiten Platz absolut happy“, hielt der 17-Jährige aus Bulle fest.

Schweizer Doppelpack in der U23-Kategorie: Elina Benoit und Europameisterin Lea Huber. Bild: Maxime Schmid

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