WINTER GRIND
«Ich brauche mein Handy für alles»
Wenn draussen Schnee statt Staub wirbelt, ändert sich auch im Radsport der Alltag. In unserer Winter-Serie geben Athlet:innen, Coaches und Betreuer:innen Einblicke, wie sich ihre Aufgaben verändern, worauf der Fokus liegt und was im Winteralltag nicht fehlen darf.
Léna Mettraux ist Nationaltrainerin der U19 Frauen auf der Strasse und sorgt im Winter dafür, dass im Hintergrund alles für die kommende Saison vorbereitet ist. Die kalte Jahreszeit ist für sie ein Balanceakt zwischen Organisation, Betreuung in Trainingslagern und Momenten, in denen sie sich bewusst Zeit für sich nimmt. Im Interview spricht sie über ihren Arbeitsalltag im Winter, über den Trainingsfokus in Trainingslager und erklärt, warum ihr Handy an Rennen unverzichtbar ist.
Wie sieht für dich ein typischer Arbeitstag im Winter aus?
Im Winter gibt es für mich zwei verschiedene Arten von Tagen. Wenn ich zu Hause bin, erledige ich vor allem administrative Arbeiten. Ich stehe gegen 7:30 Uhr auf und beginne etwa um 8 Uhr zu arbeiten. Dann kümmere ich mich um die Reservierungen für Trainingslager und Wettkämpfe, buche Hotels und organisiere alles Weitere, wie Materialbestellungen oder die Fahrzeuge über den Service Course. An den meisten Tagen finde ich auch etwas Zeit, um selbst Sport zu treiben.
Wenn wir im Trainingslager sind, beginnt der Tag normalerweise um 8 Uhr mit dem Frühstück, bevor wir um 9:30 Uhr ins Training starten. Das Ende des Tages ist oft administrativen Aufgaben oder Gesprächen mit den Athletinnen gewidmet.
Wo verbringst du den Grossteil des Winters?
Den Grossteil des Winters verbringe ich zu Hause, auch wenn es einige Wochen im Ausland für Trainingslager gibt. Insgesamt würde ich sagen, dass ich etwa zu 60–65 % zu Hause bin und den Rest der Zeit im Trainingslager verbringe.
Wie unterscheidet sich deine Arbeit im Winter vom Sommer?
Im Winter liegt der Fokus meiner Arbeit deutlich stärker auf Organisation, Reservierungen und Planung. Ich bin weniger «im Feld» als im Sommer.
Welche Themen stehen im Winter speziell im Fokus?
Der Schwerpunkt liegt vor allem auf der Fahrtechnik, aber auch auf der Ausdauer, insbesondere im Trainingslager auf Gran Canaria.
Hast du im Winter auch mal Zeit, um etwas runterzufahren?
Ja, ich habe im Winter ein kleines bisschen mehr Zeit als im Sommer. Ab und zu gönne ich mir ein paar Tage zum Skifahren, was mir wirklich sehr gut tut.
Ohne welchen Gegenstand würdest du nie an ein Rennen reisen und warum?
Mein Handy, ich brauche es für alles: von der Navigation zum Start über die Organisation und Planung mit den anderen Teammitgliedern bis hin zur Information der Fahrerinnen über mögliche Änderungen vor dem Rennen. Ich mag es nicht, davon abhängig zu sein, aber es ist tatsächlich unverzichtbar.
Was magst du nicht im Winter?
Wenn ich nichts zu tun habe und kein Schnee liegt.
Worauf freust du dich am meisten, wenn es wieder wärmer wird?
Darauf, Trainings geben zu können, ohne zwölf Schichten anziehen zu müssen und den ganzen Tag zu frieren.
Wenn du deinen Winter in drei Worten beschreiben müsstest – welche wären das?
Planen, buchen, frieren.
