WINTER GRIND
«Anders als im Sommer sind die Arbeitszeiten im Winter fix geregelt»
Wenn draussen Schnee statt Staub wirbelt, ändert sich auch im Radsport der Alltag. In unserer Winter-Serie geben Athlet:innen, Coaches und Betreuer:innen Einblicke, wie sich ihre Aufgaben verändern, worauf der Fokus liegt und was im Winteralltag nicht fehlen darf.
Der Winter bringt für BMX-Physiotherapeutin Lisa Hellmüller eine klare Routine: weg vom Wettkampfstress des Sommers, rein in die Praxis und ins Training. Es ist die Zeit, in der Athletinnen und Athleten optimal betreut, Defizite ausgeglichen und die Grundlagen für eine erfolgreiche Saison gelegt werden.
Wie sieht ein typischer Arbeitstag im Winter aus?
Im Winter arbeite ich 100% in einer Sportphysiopraxis in Winterthur. Dort behandle ich den ganzen Tag Patientinnen und Patienten mit den unterschiedlichsten Beschwerden und helfe ihnen, wieder in den Sport und Alltag zurückzukehren. Manchmal stehe ich auch im Gym und leite das Kraft- und Athletiktraining von jungen Nachwuchssportlerinnen und -sportler aus der Region. Anders als bei den Wettkämpfen im Sommer sind die Arbeitszeiten im Winter fix geregelt.
Wo verbringst du den Grossteil des Winters?
Die meiste Zeit bin ich zu Hause und in der Praxis. Wenn möglich, nutze ich die Gelegenheit, dem Winter zu entfliehen und etwas Wärme zu tanken.
Wie unterscheidet sich die Arbeit im Winter vom Sommer?
Im Winter arbeite ich Vollzeit in der Praxis, während ich im Sommer für BMX-Wettkämpfe viel reise. Die Arbeit selbst ist unterschiedlich: In der Praxis arbeite ich im 30-Minuten-Rhythmus mit verschiedensten Personen, die nicht alle einen sportlichen Hintergrund haben. Im Sommer konzentriert sich die Arbeit eher auf die Betreuung des BMX Teams während der Rennen – eine ganz andere Form der Physiotherapie.
Welche Themen stehen im Winter besonders im Fokus?
Zu Beginn der Saison stehen die Medical Days an, bei denen ich die Beweglichkeit aller BMX-Racing-Athletinnen und Athleten beurteile und individuelle Übungen zusammenstelle. Danach bin ich zeitweise weniger mit dem Team unterwegs, arbeite jedoch weiterhin an der Planung der Physioeinsätze für die kommende Saison gemeinsam mit Nationaltrainer David Graf. Ausserdem erstelle ich Fact Sheets zur Prävention von Überlastungsbeschwerden im Radsport zusammen mit Teamarzt Patrik Noack.
Ohne welchen Gegenstand würdest du nie zu einem Rennen reisen?
Mein Handy. Bekanntlich habe ich nicht den besten Orientierungssinn und finde mich ohne Navi kaum zurecht. Ausserdem läuft ein grosser Teil der Teamkommunikation über das Handy, was sehr wichtig ist.
Was magst du nicht im Winter?
Das nasse, kalte, graue und dunkle Wetter. Das wenige Tageslicht und die vielen Kleiderschichten, die nötig sind, um sich draussen zu bewegen.
Worauf freust du dich am meisten, wenn es wieder wärmer wird?
Auf leichtere Kleidung, längere Tage, gemütliche Stunden am Wasser und das Grillen im Freien.
Wenn du deinen Winter in drei Worten beschreiben müsstest:
Ruhig, gemütlich, zu lange
