WM Nantes

Claessens greift nach einer WM-Medaille

Zoé Claessens (in Führung liegend) gehört an den BMX-WM in Nantes zu den Favoritinnen. Bild: Nico von Dartel

Am Wochenende finden im nordostfranzösischen Nantes die Weltmeisterschaften im BMX Racing statt. Zoé Claessens gehört zum Kreis der Favoritinnen.

Die erfreulichen Schweizer Premieren im BMX Racing häufen sich. Gab es in der Saison 2021 den ersten Weltcupsieger, die erste Europameisterin und den ersten Gesamtweltcup-Gewinner zu vermelden, vermochte Zoé Claessens Anfang Juni als erste Schweizerin ein Weltcuprennen für sich zu entscheiden. Die Romande reüssierte gleich im Doppelpack und findet sich daher an der WM vom Wochenende in Nantes unter den Medaillenkandidatinnen wieder. Sollte Claessens der Sprung auf das Podest gelingen, wäre sie die erste Schweizer WM-Medaillengewinnerin seit 19 Jahren. 2003 hatte die Rheinthalerin Tatjana Schocher Bronze geholt.

In Anbetracht der in diesem Sommer erlebten Kräfteverhältnisse kämen für den Triumph im Normalfall nur Bethany Shriever, Laura Smulders und Claessens infrage, sagt Nationaltrainer David Graf, der im Vorjahr in seinem letzten Wettkampf als Aktiver WM-Bronze gewonnen hatte. Die Britin Shriever ist Olympiasiegerin und Titelverteidigerin, die Holländerin Smulders Ex-Weltmeisterin und mehrfache Gesamtweltcupsiegerin. Claessens ihrerseits gewann als Juniorin Silber und Bronze, in Nantes wäre die 21-Jährige noch in der U23-Kategorie startberechtigt.

Seitens der Männer verfügt Swiss Cycling über zwei Athleten von Weltklasseformat. Bei Simon Marquart, 2021 Gesamtweltcupsieger, ist ungewiss, ob er nach dem bei einem Sturz im Frühling erlittenen Oberarmkopfbruch wieder in der Lage ist, sein ganzes Potenzial abzurufen. Cédric Butti gewann Anfang Juli an der EM in Belgien die Silbermedaille; er erfreut sich einer ausgezeichneten Verfassung. Der 22-jährige Thurgauer befindet sich in der ersten Elite-Saison, sein Erfahrungsschatz ist bescheiden. Prognosen vorzunehmen sei bei den Männern generell schwierig, sagt Graf. «Die Leistungsdichte an der Spitze ist sehr hoch, für einen Podestplatz kommen 10 bis 15 Athleten in Frage. Simon und Cédric gehören zu diesem Kreis, wenn bei ihnen alles passt.»

Hervorragend sind die Perspektiven aus Schweizer Sicht in der U23-Kategorie der Frauen. Thalya Burford hat zwei der vier diesjährigen Weltcuprennen gewonnen, die letztjährige Europameisterin Nadine Aeberhard erfreut sich ebenfalls einer ausgezeichneten Verfassung. Anfang Juli belegten die Genferin und die Bernerin an der EM hinter der Dänin Malene Kjelstrup die Ränge 2 und 3.

Für Juniorin Inés Claessens, Zoés jüngere Schwester, sowie die Junioren Louis Kasper und Filib Steiner geht es an der WM in erster Linie darum, auf höchstem Level Erfahrungen zu sammeln.

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