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WM Val di Sole

Goldregen im Nachwuchs, Bronze für Sina Frei

Family affair: Nicolas und Monique Halter triumphieren im Short Track. Bild: Maxime Schmid

Am zweiten Tag der MTB-Weltmeisterschaften in Val di Sole hat das Schweizer Nationalteam in sechs Entscheidungen fünf Medaillen gewonnen. Juniorin Anja Grossmann triumphierte im Cross-Country, die in der U23-Kategorie antretenden Geschwister Monique und Nicolas Halter liessen sich im Short Track jeweils Gold umhängen.

Sina Frei machte sich zu Beginn der zehnten und letzten Runde des Short Track-WM-Rennens daran, die zwei vor ihr fahrenden Konkurrentinnen vor einer Rechtskurve aussen zu überholen. Doch die Schwedin Jenny Rissveds liess sich in der Kurve weit nach aussen tragen, womit Frei fast zum Stillstand gezwungen wurde und an die letzte Position der Fünfer-Spitzengruppe zurückfiel. «Es war zwar regelkonform, aber sportlich sicher nicht fair. Aber damit muss ich umgehen können», hielt die 29-jährige Zürcherin fest.

Frei gab trotz des Zwischenfalls nicht auf und setzte sich im folgenden Anstieg wieder an die dritte Stelle. Zu mehr als Bronze sollte es ihr im langen Schlusssprint jedoch nicht reichen. Die Österreicherin Stigger preschte von Position 4 noch ganz nach vorne, die Britin Evie Richards wurde Zweite. «Es sollte nicht sein, aber am Sonntag habe ich nochmals eine Chance», sagte Frei. Dannzumal findet in Norditalien das Cross-Country-Rennen statt.

Hinter Rissveds wurde Nicole Koller, die gar nicht mitsprintete, weil sie glaubte, das Rennen gehe noch eine Runde weiter, Fünfte. Titelverteidigerin Alessandra Keller, vor Jahresfrist an der Heim-WM im Wallis siegreich, erreichte das Ziel mit 12 Sekunden Rückstand als Sechste. Bei den Männern blieb Swiss Cycling ohne Medaillengewinn. Bester Schweizer war Dario Lillo, der mit sieben Sekunden Rückstand Sechster wurde. WM-Gold im Short Track ging an den Franzosen Adrien Boichis, der sich im Sprint knapp vor dem Briten Charlie Aldridge und seinem Landsmann Luca Martin durchzusetzen vermochte.

Eine Familie, zwei WM-Titel

In der U23-Kategorie hatten die Schweizerinnen das Geschehen an der EM im Tessin richtiggehend dominiert. In Val di Sole war die Leistungsdichte an der Spitze höher, am Ende jedoch liess sich erneut eine Athletin aus dem Ensemble von Nationaltrainerin Kathrin Stirnemann die Goldmedaille umhängen – und zwar eine, welche das Podest in der Gemeinde Monteceneri noch knapp verpasst hatte: Monique Halter war stets vorne dabei, ohne unnötig Kraft zu verbrauchen. Im letzten Anstieg mobilisierte die 22-jährige Appenzellerin alles, was sie zu bieten hatte. Was reichte, um sich vor der zeitgleichen Britin Bethany-Ann Jackson durchzusetzen. „Ich kann es fast nicht glauben, dass ich dieses Rennen gewonnen habe und bin einfach sehr glücklich“ hielt Halter fest.

So ähnlich – und im exakt gleichen Dialekt – tönte es eine Stunde später nach dem Wettkampf der U23-Athleten. „Short Track-Weltmeister, das klingt noch nicht ganz echt. Ich weiss gar nicht, was ich sagen soll“, meinte Nicolas Halter, nachdem er sich im Sprint gegen den Deutschen Paul Schehl durchgesetzt und die Goldmedaille gewonnen hatte. „Ich hatte am Schluss noch genug im Tank; es ist einfach unglaublich, stammelte der jüngere Bruder von Monique Halter, welcher zum zweitjüngsten von vier U23-Jahrgängen gehört und bereits an der EM im Tessin eine hervorragende, mit Silber belohnte Vorstellung geboten hatte.

Grossmann erstmals Weltmeisterin, Barhoumi gewinnt Bronze

Am Vormittag waren die Cross-Country-Champions in der U19-Kategorie ermittelt worden. Ausnahmetalent Anja Grossmann, Ende Juli vor Heimpublikum bereits Europameisterin geworden, realisierte einen Start-Ziel-Sieg. Die 17-jährige Luzernerin liess sich damit erstmals als Weltmeisterin feiern, nachdem sie im Vorjahr sowohl auf der Strasse als auch auf dem Mountainbike zwei WM-Medaillen gewonnen hatte. «Für mich ist heute ein Traum in Erfüllung gegangen», sagte Grossmann, um sich sogleich für den Support zu bedanken. «Es gibt so viele Menschen um mich herum, welche mich unterstützen, welche das möglich machen. Auch wegen ihnen bin ich glücklich, dass es geklappt hat.»

Im Rennen der Junioren legte Marwan Barhoumi einen veritablen Steigerungslauf hin. Von Position 39 aus gestartet, kämpfte sich der 18-jährige Freiburger kontinuierlich nach vorne. In der letzten Runde schob er sich auch noch am Niederländer Daan Bakelaar vorbei und überquerte die Ziellinie als Dritter. Er sei «super zufrieden», vor allem, wenn er an seinen schmerzhaften Trainingssturz von Anfang Woche denke; eine solche Rückkehr sei nur dank der erstklassigen Betreuung durch Doktor und Physiotherapeutin möglich gewesen. «Ich glaube, ich hatte noch nie so gute Beine wie an diesem Tag. Ich habe einfach voll in die Pedale gedrückt, ohne gross zu überlegen – und am Schluss stehe ich mit der Medaille da. Das ist aussergewöhnlich.»

Text: Keystone-SDA/Swiss Cycling

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