WM Val di Sole
Baumann gewinnt Silber, Junior Schneeberger holt Gold
Lisa Baumann setzt ihren rasanten Aufstieg fort und gewinnt die erste WM-Medaille. Bild: Maxime Schmid
Brillanter Auftritt des Schweizer Downhill-Nationalteams an der WM in Val di Sole: Lisa Baumann muss einzig Überfliegerin Valentina Höll den Vortritt lassen, Raoul Schneeberger gewinnt als erster Schweizer den U19-Titel.
Als drittletzte Fahrerin übernahm Lisa Baumann mit einer starken Fahrt die Spitzenposition und unterstrich damit ihre gute Leistung in der Qualifikation, in der sie die Schnellste gewesen war. Am Ende resultierte der zweite Platz, womit sie ihr Bestresultat im Weltcup egalisierte. Die 25-jährige Neuenburgerin, welche in dieser Saison bereits dreimal auf dem Podest stand, darf sich nach dem Gewinn zweier Europameistertitel nun auch über ihre erste WM-Medaille freuen. Aus Schweizer Sicht ist es der sechste WM-Medaillengewinn der Frauen im Downhill. Ein kompletter Medaillensatz geht auf das Konto der im Herbst 2025 zurückgetretenen Camille Balanche, welche 2020 in Leogang den bisher einzigen Weltmeistertitel für die Schweiz gewann.
Sie spüre «alle Emotionen», sagte Baumann. «Ich habe so viel dafür trainiert und bin so glücklich.» Die Schweizerin, die in der Vergangenheit oft mit ihrer Nervosität zu kämpfen hatte, habe sich vor dem Rennen voll auf ihre Fahrt fokussieren können. «Und es hat geklappt.» An Valentina Höll gab es allerdings kein Vorbeikommen. Die 24-jährige Österreicherin verlor auf dem zweiten Streckenteil zwar etwas Zeit, wurde ihrer Favoritenrolle am Ende aber gerecht. Im Ziel hatte sie 1,728 Sekunden Vorsprung auf ihre Teamkollegin aus der Schweiz und feierte ihren fünften WM-Titel in Folge. Dritte wurde die Britin Harriet Harnden, die 0,318 Sekunden auf Baumann verlor.
Raoul Schneeberger hat als erster Schweizer Junior in der WM-Geschichte die Goldmedaille gewonnen. Der 17-Jährige aus Perrefitte im Berner Jura setzte sich mit einer knappen halben Sekunde Vorsprung auf den Briten Felix Griffiths durch. Schneeberger hatte sein Potenzial zuvor schon mehrfach angedeutet – unter anderem mit seinem zweiten Platz im Weltcuprennen von Loudenvielle (FRA). «Das war ein verrücktes Wochenende. Heute war die Strecke etwas technischer, das kam mir entgegen. Es fühlte sich denn auch gut an, ich gab alles – und sah dann im Ziel, dass alle langsamer waren als ich oder stürzten. Ich bin einfach sehr glücklich», hielt Schneeberger fest.
Text: Keystone-SDA / Swiss Cycling
Raoul Schneeberger wird als erster Schweizer Junioren-Weltmeister. Bild: Maxime Schmid
