Fritz Brühlmann

Der legendäre «Nati-Mech» ist gestorben

Fritz Brühlmann an der Bahn-WM 2015 in Paris. Bild: Wim Hoste

Fritz Brühlmann avancierte 1972 zum ersten hauptamtlich für Swiss Cycling tätigen Mechaniker. Er war – mit Unterbrüchen – bis zur Bahn-EM 2015 in Grenchen im Amt, er war an über 170 bei Grossanlässen erreichten Podestplätzen beteiligt. Am Donnerstag ist er 85-jährig verstorben.

Xaver Kurmann, Robert Dill-Bundi, Urs Freuler, Bruno Risi und Stefan Küng feierten auf der Bahn allesamt grosse Erfolge. Obwohl zwischen jenen von Kurmann und jenen von Küng fast 50 Jahre liegen, findet sich beim erwähnten Quintett ein gemeinsamer Nenner. Es war Fritz Brühlmann, welcher den erwähnten Grössen das Velo bereitstellte. Fritz Brühlmann, «der Mann für alle Fälle», wie der gebürtige Schaffhauser in der Tagespresse einst treffend bezeichnet wurde.

Die Geschichte des legendären Nationalteam-Mechanikers beginnt in den Sechzigerjahren, als der junge Athlet Fritz Brühlmann realisiert, nicht über das nötige Potenzial für eine erfolgreiche Radsportkarriere zu verfügen. Der damalige Schweizer Nationaltrainer Oscar Plattner registriert das technische Talent Brühlmanns und fragt diesen, ob er sein Team an die Guatemala-Rundfahrt begleiten wolle. Brühlmann willigt ein, fliegt nach Lateinamerika und wird zum Glücksgriff für den Schweizer Radsport. Weil er sowohl ein leidenschaftlicher Tüftler als auch ein harter Arbeiter ist.

1977 war er dabei, als Daniel Gisiger an der WM in Venezuela gemeinsam mit Walter Baumgartner, Hans Känel und Robert Dill-Bundi die Bronzemedaille in der Mannschaftsverfolgung gewann. Gut drei Jahrzehnte später half Brühlmann dem mittlerweile als Nationaltrainer tätigen Gisiger, ein neues Bahnviererprojekt auf die Beine zu stellen – mit Erfolg: 2015 gewann das Quartett um Stefan Küng an der EM in Grenchen die Silbermedaille. Worauf Küng, damals 21-jährig, im «Blick» verlauten liess, es sei unglaublich, was Brühlmann leiste. «Er hat einfach für jedes Problem eine Lösung.»

Brühlmann genoss generell ein hohes Ansehen; er war in der Szene schlicht als «Nati-Mech» bekannt. In seiner Anwesenheit gewannen die Schweizer Athleten – vor allem auf der Bahn, aber auch auf der Strasse und im Radquer – an internationalen Grossanlässen über 170 Medaillen.

Am Donnerstag ist Fritz Brühlmann im Alter von 85 Jahren in Zürich verstorben.

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