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WM Montreal

Reusser schlüpft nach Steigerungslauf erneut ins Regenbogentrikot

Geteilte Freude ist die schönste Freude: Die Crew von Swiss Cycling feiert mit ihrer Weltmeisterin. Bild: Arne Mill

Marlen Reusser bleibt die Königin im Kampf gegen die Uhr. Die Bernerin gewinnt zum Auftakt der Strassen-WM in Montreal das Einzelzeitfahren und weiss damit ihren im Vorjahr in Ruanda errungenen Titel erfolgreich zu verteidigen.

Marlen Reusser hat es wieder getan. An ihrem 35. Geburtstag fuhr die Bernerin über die knapp 40 km durch Montreal zu WM-Gold und bestätigte damit ihre Vormachtstellung in ihrer Paradedisziplin. Dabei legte Reusser auf dem flachen, aber technisch anspruchsvollen WM-Parcours durch die Stadt im Osten Kanadas einen echten Steigerungslauf hin. Im Ziel verwies Reusser die lange Zeit führende Britin Zoe Bäckstedt um 40 Sekunden auf Platz 2. Bronze ging mit 45 Sekunden Rückstand an die Deutsche Franziska Koch.

Als Titelverteidigerin war Reusser in der Altstadt von Montreal als Letzte von der Startrampe gegangen. Bei der ersten Zwischenzeit nach 10,7 km lag sie mit der fünftbesten Zeit noch zehn Sekunden hinter der führenden Bäckstedt. Den zweiten Messpunkt auf der Formel-1-Strecke Circuit Gilles-Villeneuve passierte sie nach 21,9 km mit nur noch knapp drei Sekunden Rückstand auf die erst 21-Jährige aus Wales. Bei der letzten Zwischenzeit übernahm Reusser erstmals die Führung und lag bereits mehr als 13 Sekunden vor Bäckstedt. Wenig später rauschte die Schweizerin an ihrer grossen Konkurrentin Demi Vollering vorbei. Die Niederländerin, die eineinhalb Minuten vor Reusser gestartet war, erwischte nicht ihren besten Tag und belegte mit fast zwei Minuten Rückstand den achten Rang.

Mit ihrem zweiten WM-Titel baut Reusser ihre eindrückliche Bilanz im Kampf gegen die Uhr weiter aus. Nachdem sie bei Weltmeisterschaften 2020 und 2021 Silber sowie 2022 Bronze gewonnen hatte, gelang ihr im vergangenen Jahr in Ruanda endlich der Sprung auf die oberste Stufe des Podests. Nun folgt ein Jahr später der zweite Triumph. Und das auf einer Strecke, die wegen der fehlenden Höhenmeter und der vielen technischen Passagen eigentlich nicht auf sie zugeschnitten ist.

Mit der erfolgreichen Titelverteidigung schafft Reusser nun, was ihrer Landsfrau Karin Thürig 2005 in Madrid gelungen war. Seit 1994 an Weltmeisterschaften im Einzelzeitfahren Medaillen vergeben werden, ist Reusser die siebte Frau, welche ihren Titel erfolgreich zu verteidigen vermochte.

Jasmin Liechti, die zweite selektionierte Schweizerin, verzichtete auf einen Start. Patrick Müller, Chef Leistungssport bei Swiss Cycling, begründete den Entscheid mit Blick auf die höheren Erfolgschancen im Mixed-Teamzeitfahren und der kurzen Erholungszeit. Anders als im Vorjahr liegen zwischen den beiden Wettkämpfen nur ein statt zwei Tage. Im Mixed-Teamzeitfahren vom Dienstag wird die WM-Silbermedaillengewinnerin von 2024 im U23-Zeitfahren zusammen mit Reusser und Noemi Rüegg das Schweizer Frauen-Trio bilden.

Text: Keystone-SDA

Evenepoel zum Vierten, Küng fährt auf Platz 7

Mit einer neuerlichen Machtdemonstration sichert sich Remco Evenepoel zum vierten Mal in Folge den Weltmeistertitel im Zeitfahren. Der Belgier setzt sich in Montreal mit 57 Sekunden Vorsprung auf den Italiener Filippo Ganna durch; Bronze geht an den Franzosen Paul Seixas. Stefan Küng, der dank seines starken Comebacks nach langer Verletzungspause in den Kreis der Podestplatzanwärter vorgerückt ist, verpasst das Podest als Siebenter um 31 Sekunden. sda

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