WM Hulst
Neff und Huber fahren nahe ans WM-Podest
Hervorragende Leistung in der Zweitsportart: Jolanda Neff hält an ihrer ersten Radquer-WM seit sieben Jahren mit den weltbesten Spezialistinnen mit. Bild: Elisa Haumesser
Jolanda Neff fehlen als Sechste 11 Sekunden, die fünftklassierte Juniorin Shana Huber trennen 13 Sekunden von einem Medaillengewinn: Die Schweizerinnen haben am ersten Tag der Radquer-Weltmeisterschaften im niederländischen Hulst überzeugt.
Jolanda Neff hat einmal mehr bewiesen, dass sie über die Fähigkeit verfügt, ihr Potenzial am Tag x abzurufen. An den Radquer-Weltmeisterschaften im niederländischen Hulst belegte die St. Gallerin den sechsten Platz. Die Mountainbike-Olympiasiegerin von Tokio war von Beginn weg vorne dabei und lange Teil jener fünf- bis sechsköpfigen Gruppe, die um den Gewinn der Bronzemedaille kämpfte.
In der letzten Runde vermochte sich die Niederländerin Puck Pieterse aus dieser Gruppe zu lösen; die Mountainbike-Weltmeisterin des Jahres 2024 landete hinter ihren Landsfrauen Lucinda Brand und Ceylin del Carmen Alvarado auf Rang 3. Die Differenz zwischen Neff und dem Podest belief sich auf lediglich elf Sekunden. Für Neff handelte es sich um die zweite Teilnahme an Radquer-Weltmeisterschaften in ihrer Karriere. 2019, bei ihrer Premiere im dänischen Bogense, hatte sie ebenfalls Platz 6 belegt.
Rebekka Estermann erlitt derweil früh einen Defekt, musste vom Rad steigen, die Schaltung richten und fiel deshalb auf den letzten Platz zurück. Die Luzernerin steckte nicht auf und stiess noch bis auf Rang 21 vor.
Juniorin Shana Huber wurde den hohen Erwartungen gerecht. Die mit zwei Weltcup-Podestplätzen im Rucksack nach Hulst gereiste Aargauerin reihte sich trotz zweier Stürze als Fünfte ein, der Rückstand auf Bronzemedaillengewinnerin Lucie Grohova aus Tschechien belief sich auf lediglich 13 Sekunden. Huber ist 16-jährig und gehört damit zum jüngeren U19-Jahrgang; die vier vor ihr klassierten Konkurrentinnen befinden sich allesamt bereits in ihrer zweiten Juniorinnensaison.
Lobende Worte des Nationaltrainers
Andreas Kugler sprach von „sehr guten Leistungen“. Jolanda Neff sei sowohl technisch als auch taktisch ein hervorragendes Rennen gefahren, obwohl ihr die schnelle Strecke gar nicht entgegenkomme, hielt der Schweizer Nationaltrainer fest. „Jolanda ist ein Leichtgewicht, in den Anstiegen enorm stark. In der Fläche jedoch fehlte ihr am Schluss etwas die Power, da waren die erfahrenen Quer-Fahrerinnen klar im Vorteil.“
Viel Lob fand Kugler auch für die Darbietung von Shana Huber. „Ihr Start war nicht ideal, aber dann kämpfte sie sich nach vorne. Und als das Podest wieder in Griffnähe schien, stürzte sie zum zweiten Mal. Aber sie steckte nicht auf, sondern kehrte erneut zurück und sicherte sich den Spitzenplatz. Shana ist technisch gut, taktisch gut und hat einen starken Willen. Ich denke, an ihr werden wir noch viel Freude haben.“
Zu Estermann meinte der Nationaltrainer, dass sie das Beste aus der Situation gemacht habe. „Natürlich hatte sich Rebekka mehr vorgenommen. Aber sie liess nicht locker, holte alles aus sich heraus und fuhr in der Schlussphase sehr schnelle Runden.“
Vielversprechendes Talent: Juniorin Shana Huber muss sich lediglich vier älteren Konkurrentinnen geschlagen geben. Bild: Elisa Haumesser
