EM Konya
Alex Vogel: «Ich kam in den Flow – und war nicht der einzige»
Alex Vogel nimmt die Glückwünsche von Teamkollege Noah Bögli entgegen. Bild: Arne Mill
Der neue Scratch-Europameister Alex Vogel aus dem Kanton Thurgau spricht über die Bedeutung der Teamdynamik und eine persönliche Erkenntnis.
Du bist in der Türkei erstmals Europameister geworden. Was bedeutet dir dieser Erfolg?
Alex Vogel: Sehr viel, ich würde ihn auf die gleiche Höhe wie die Olympiateilnahme stellen. Zuvor war ich im Scratch und waren wir in der Mannschaftsverfolgung schon das eine oder andere Mal ziemlich nahe dran gewesen. In Konya merkte ich schon am Morgen vor dem Scratch, dass es ein spezieller Tag werden würde.
Dem Schweizer Nationalteam ist es in der Türkei vom ersten Wettkampf an hervorragend gelaufen. Hat das innerhalb des Teams eine Dynamik ausgelöst?
Auf jeden Fall, das hat enorm geholfen. Ich registrierte es bereits in der Qualifikation mit dem Vierer, wir fuhren dort wirklich gut. Ich kam dann in den Flow – und war nicht der einzige. Ich bin stolz auf das Team, stolz darauf, wie wir das gemeinsam hingekriegt haben. Und letztlich bin ich auch froh, dass ich aus dem vergangenen Jahr die richtigen Schlüsse gezogen hatte.
Wie meinst du das?
Im Oktober an der WM in Chile fühlte es sich nie wirklich gut an. Ich hatte mir viel vorgenommen, war aber irgendwie stets am Limit. Ich brauchte eine Pause und nahm mir danach vor, es lockerer anzugehen, nicht mehr verbissen etwas erzwingen zu wollen. Es scheint, als habe sich das ausbezahlt.
In der Mannschaftsverfolgung habt ihr euch in Konya um über vier Sekunden verbessert, in einem halben Jahr beginnt an der WM in China die Qualifikationsphase für die Olympischen Spiele in Los Angeles. Was könnt ihr bis dahin noch verbessern?
Ich denke, wir haben sowohl physisch als auch technisch noch Reserven. Technisch sind wir grundsätzlich gut dabei, aber wenn wir unseren Finallauf mit jenem der Dänen vergleichen, dann war da auf den zweiten zwei Kilometern schon ein Unterschied ersichtlich.
