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WC Leogang

Hervorragender Auftritt der Schweizer Cracks in Österreich

Grossartige Leistung: Ramona Forchini fährt nach einem in mancher Hinsicht herausfordernden Saisonauftakt auf das Podest. Bild: Maxime Schmid

Am Mountainbike-Weltcup in Leogang stechen aus dem starken Schweizer Team vier Gesichter hervor. Während Mathias Flückiger und Jolanda Neff mit den Rängen 2 respektive 4 Befreiungsschläge gelingen, überraschen Ramona Forchini und Fabio Püntener mit Podestplätzen.

Es gibt Geschichten, die nur der Sport schreibt. Etwas Ungläubig und mit ganz viel Dreck übersät steht Ramona Forchini am Sonntagnachmittag in Leogang im Zielgelände und nimmt Gratulationen entgegen. Dabei bleibt kaum ein Auge trocken. Auch die 30-jährige Ostschweizerin, die nach einer fast eineinhalbstündigen Schlammschlacht soeben zum zweiten Mal in ihrer Karriere auf ein Weltcup-Podest gefahren war, kämpft mit den Emotionen. „Ich bin einfach nur stolz und freue mich für alle, die immer an mich geglaubt haben“, sagt sie ins Mikrofon von SRF.

Die Freudentränen stehen im krassen Kontrast zu dem, was die Frau aus Wattwil zuletzt durchmachen musste. Noch im Februar drohte ihr das Ende ihrer Zeit als Profi-Mountainbikerin. Der Grund: Ihr Team hat sich aufgrund von fehlenden Sponsoren kurz vor dem Saisonstart aufgelöst. Doch Forchini steckt den Kopf nicht in den Sand, findet ein neues Team und schnell auch das Vertrauen wieder.

Nachdem sie die beiden Rennen zum Saisonstart in Brasilien bewusst ausgelassen hatte, deutete sie mit dem 11. Rang vor zwei Wochen in Nove Mesto ihre gute Form an. Nun, im Salzburgerland, auf einer Strecke, die bislang überhaupt nicht zu ihren bevorzugten gehörte, holte sie zum grossen Coup aus. Bei nassen und rutschigen Bedingungen biss sich die Toggenburgerin sofort nach dem Start an der Spitze fest und musste sich letztlich nur der überlegenen Weltmeisterin Puck Pieterse aus den Niederlanden und der neuseeländischen Gesamtweltcupführenden Samara Maxwell geschlagen geben.

Ihren bislang einzigen Podestplatz im Weltcup hatte Forchini vor knapp drei Jahren in Andorra realisiert, als sie ebenfalls Dritte geworden war.

Zwei Stunden später überquerte im Rennen der Männer auch Fabio Püntener als Dritter die Ziellinie. Auch der 25-jährige Innerschweizer stand kürzlich vor einem Scherbenhaufen, gehörte er doch wie Forchini dem vom früheren Schweizer Radprofi Pirmin Lang geführten Pleite-Team an. Doch damit nicht genug. Der Urner hatte gleich doppeltes Pech, brach er sich doch bei einem Trainingslager in Südafrika das Schlüsselbein.

Mittlerweile darf er von sich behaupten, an der Weltspitze angekommen zu sein. Schon der 10. Platz beim Saisonauftakt im April bedeute für Püntener ein Karriere-Bestergebnis. Vor zwei Wochen steigerte er dieses mit Rang 5 in Nove Mesto. Und nun folgte in Leogang die Podest-Premiere. „Es ist mega viel passiert in diesem Jahr. Dass ich jetzt so perfomen kann, ist mega cool“, zeigte sich der Schweizer Aufsteiger dieser Saison im SRF-Interview gerührt.

Geschlagen geben musste sich Püntener im Rennen über sieben Runden einzig dem Tschechen Ondrej Cink, der im Alter von 34 Jahren seinen ersten Weltcupsieg feierte, und Landsmann Mathias Flückiger. Für den 36-jährigen Berner Routinier war der 2. Rang nach einem mässigen Saisonstart ohne ein einziges Top-10-Ergebnis ein Befreiungsschlag – und der erste Podestplatz als Vater. Im Februar kam Tochter Mina auf die Welt.

Unter die Top 3 schaffte es Jolanda Neff als Vierte nach starker Aufholjagd knapp nicht. Trotzdem dürfte dieser Auftritt bei von ihr bevorzugten schlammigen Bedingungen der Olympiasiegerin von 2021 Selbstvertrauen für den weiteren Verlauf der Saison mit der Heim-WM im Wallis geben.

Besser war die 32-jährige St. Gallerin seit ihrem letzten Weltcup-Podestplatz im September 2022 nie mehr klassiert. Wie für Flückiger kommt auch für die dreifache Gesamtweltcupsiegerin nach ihren Atemproblemen mit dem Olympia-Verzicht im letzten Jahr dieses Resultat einem Befreiungsschlag gleich.

Totaler Triumph in der U23-Kategorie

Leogang war für das Schweizer Mountainbike-Team definitiv eine Reise wert – nicht nur für die Elite: In der U23-Kategorie realisierten Fiona Schibler, Monique Halter und Short Track-Gewinnerin einen Dreifachsieg; bei den Männern belegten Finn Treudler und der erst 19-jährige Nicolas Halter die Ränge 1 und 3.

Text: Keystone-SDA/SC

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