Tudor Pro Cycling Team

Fabian Cancellara wird Team-Boss

Ein wichtiger Schritt für den Schweizer Radsport: Das Tudor Pro Cycling Team bietet Nachwuchsfahrern ein Team auf der zweithöchsten Stufe. Bild: Tudor Pro Cycling Team

Die Schweiz verfügt bald wieder über eine Profi-Equipe im Radsport. Doppel-Olympiasieger Fabian Cancellara gab bekannt, ab 2023 mit dem Tudor Pro Cycling Team in die zweithöchste Kategorie (Pro Team) aufsteigen zu wollen.

Seit Ende 2016 und dem Rückzug der World-Tour-Equipe IAM und auch des damaligen Pro-Continental-Teams Roth war die Schweiz nicht mehr auf den höchsten zwei Stufen vertreten. Es sei deshalb definitiv an der Zeit, „dass der Schweizer Radsport wieder ein Profi-Team erhält“, so Fabian Cancellara anlässlich einer Medienkonferenz, die wenige Stunden vor dem Auftakt der 75. Tour de Romandie in Lausanne stattfand.

Der Berner, der 2016 nach höchst erfolgreicher Karriere und als Doppel-Olympiasieger sowie je dreifacher Sieger der Radsport-Monumente Paris-Roubaix und Flandern-Rundfahrt zurückgetreten war, präsentierte dem interessierten Publikum in der Folge auch sogleich die Lösung.

Cancellara ist seit seinem Rücktritt an vielen Fronten tätig und ist unter anderem auch Manager von Marc Hirschi. Seit letztem Sommer engagiert er sich ebenfalls bei der Swiss Racing Academy – einem Team der dritthöchsten Stufe – als Mentor. Diese Equipe mit zahlreichen talentierten Schweizer Nachwuchsrennfahrern wird in die Tudor-Struktur integriert.

Fahrer wie Filippo Colombo, Nils Brun und Yannis Voisard, die schon heuer mit dem Nationalteam von Swiss Cycling die Westschweizer Rundfahrt bestreiten, sollen auch künftig das Gerüst des Teams bilden. Angestrebt wird ein Kader von 22 bis 24 Fahrern. „Wir werden versuchen, so viele Schweizer Fahrer wie möglich unter Vertrag zu nehmen. Aber diese sind schwierig zu finden, deshalb verpflichten wir natürlich auch ausländische Fahrer“, so Cancellara.

Der 41-Jährige sieht sich als Gründer, Eigner und Mentor der Schweizer Formation, aber keineswegs in einer aktiven Rolle als Sportdirektor oder Trainer. „Nein, das werde ich sicher nicht sein, und ich werde auch nicht die Taktik im Rennen vorgeben.“ Vielmehr habe sich die Rolle als Mentor bislang bewährt. „Falls ich um Rat gefragt werde, gebe ich diesen gerne.“

Die Zielsetzung des Teams lautet weiterhin, vor allem auch Schweizer Talente zu fördern und diese möglichst an die Weltspitze heranzuführen. Neuer Hauptsponsor des Rennstalls ist Tudor. Die in Genf beheimatete Schweizer Luxus-Uhrenmarke, eine Schwesterfirma von Rolex, hat sich langfristig zu diesem spannenden Projekt im Schweizer Radsport verpflichtet.

Gefragt, ob er mit dem Team vielleicht sogar den schnellen Aufstieg in die World Tour anstrebe, sagte Cancellara: „Aktuell spreche ich nur über die kommende Saison. Aber klar sage ich nicht nein zur World Tour, diese hat aber in den kommenden zwei Jahren nicht Priorität.“ Auf vereinzelte Teilnahmen an World-Tour-Rennen hofft der ehemalige Tour-de-Suisse-Sieger allerdings sehr wohl. Konkret formulierte er in Lausanne die Hoffnung, bereits 2023 mittels Wildcard für die zwei Schweizer World-Tour-Rundfahrten berücksichtigt zu werden. sda/Keystone

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