Tour de Suisse

Zurück zur Normalität – mit zahlreichen Schweizer Trümpfen

Gino Mäder hat aus Schweizer Sicht die besten Aussichten auf einen Spitzenplatz in der Gesamtwertung. Bild: Keystone-SDA

Die 85. Tour de Suisse steht für die Rückkehr zur Normalität. Nach der coronabedingten Absage 2020 und der „TV-Ausgabe“ im Vorjahr sollen die Fans zahlreich an den Streckenrand zurückkehren. Schweizerseits sind die sportlichen Aussichten ausgezeichnet.

„Sofa statt Streckenrand“, lautete im letzten Sommer das Motto der Schweizer Landesrundfahrt. Das habe für 2021 gestimmt, um überhaupt wieder ein Rennen durchführen zu können. „Die Fans aber nur vor dem TV zu haben, war nicht so prickelnd“, sagte Olivier Senn an der Medienkonferenz der Tour-Organisatoren in Küsnacht. Der Co-Direktor der Tour de Suisse ist deshalb überaus froh, heisst es nun wieder „zurück zum Gewohnten. Es soll wieder Volksfeste an den Etappenorten geben. So wie es bei der Tour de Suisse eben sein soll.“

Prominente Teilnehmer, die zehn Tage vor dem Tour-Auftakt auf der Forch oberhalb von Küsnacht auf der erweiterten Startliste stehen, gibt es viele. Unter ihnen sind Peter Sagan, Remco Evenepoel, Thomas Pidcock und Geraint Thomas. Der Slowake Sagan ist mit 17 Etappensiegen Rekordhalter der Tour de Suisse. Allerdings erlebt der dreifache Weltmeister eine bislang sehr harzige Saison. Er hat erst 14 Renntage in den Beinen und ist noch ohne Sieg.

Ganz anders Evenepoel. Der Belgier bilanziert Mitte Saison schon acht Siege, zuletzt dominierte er die Norwegen-Rundfahrt fast nach Belieben. Wie der Sieger von Lüttich-Bastogne-Lüttich gehört auch der ebenfalls erst 22-jährige Brite Pidcock zu den Allroundern und den grössten Talenten im Radsport. Dagegen wirft das Leistungsvermögen seines routinierten Landsmanns Geraint Thomas, der sowohl die Tour de France wie die Tour de Suisse schon gewonnen hat, Fragen auf.

Zu den Topanwärtern auf den Gesamtsieg zu zählen ist Alexander Wlassow. Der Russe triumphierte vor Monatsfrist bei der Tour de Romandie. Der letztjährige Gesamtsieger Richard Carapaz aus Ecuador, der bis vergangenen Sonntag noch um den Gesamtsieg beim Giro d’Italia kämpfte, und der rekonvaleszente Kolumbianer Egan Bernal, 2019 Sieger der Tour de Suisse, werden bei der diesjährigen Austragung fehlen.

Die nationale Elite wird praktisch lückenlos vertreten sein. Wohl mehr als 20 Schweizer Profis stehen am Start, unter ihnen Stefan Bissegger, Marc Hirschi, Stefan Küng, Gino Mäder und Mauro Schmid, der zuletzt im Giro d’Italia mehrmals für Aufsehen sorgte. „Viele Etappen sind auf Marc Hirschi zugeschnitten. Mit ihm muss man rechnen. Für mich der Topfavorit auf den Gesamtsieg ist mein Teamkollege Remco Evenepoel, auch Gino Mäder traue ich viel zu“, sagt der 22-jährige Zürcher Schmid. Wie es um seine eigenen Ambitionen stehe, entscheide sich erst kurz vor dem Tour-Auftakt. „Zunächst muss ich einmal schauen, dass ich mich gut vom Giro erhole.“

Das Finalwochenende der 85. Tour de Suisse findet in Liechtenstein statt. Nach der Bergankunft am Freitag, 17. Juni, in Moosalp im Wallis führt die Strecke tags darauf von Ambri via Lukmanier ins Bündnerland und schliesslich hinauf nach Malbun. Am Schlusstag steht in Vaduz das Zeitfahren über 25,6 km im Programm.

Zur gleichen Zeit beginnt ebenfalls in Liechtenstein die Tour de Suisse der Frauen. Diese führt neu über vier statt zwei Tage und endet am Dienstag, 21. Juni, in Lenzerheide. „Mit vier Tagen können wir bereits alle Etappen-Typen unterbringen, die zu einer Rundfahrt gehören“, sagt Olivier Senn. Noch gehört die Frauen-Tour erst der zweitobersten Kategorie an. „Doch wir streben bereits für 2023 den World-Tour-Status an. In einem Monat wissen wir, ob das vom Weltverband auch so genehmigt wird“, sagt Tour-Direktor Senn.

Text: Keystone-SDA

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