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Wenn der Magen-Darm-Trakt streikt: Ursachen und Lösungsansätze

Wer kennt sie nicht, die Magen-Darm-Probleme? Meist treten sie dann auf, wenn man sie so ganz und gar nicht gebrauchen kann: im Wettkampf! Es gibt diverse mögliche Ursachen und Lösungsansätze.

Die Symptome für Magen-Darm Probleme sind unterschiedlich. Zum einen können sie sich auf den oberen Bereich wie die Speiseröhre oder den Magen mit Aufstossen, Erbrechen, Reflux oder Völlegefühl konzentrieren. Krämpfe, Blähungen und Durchfall sind die häufigsten Symptome für den unteren Bereich im Darm. Dass die Probleme oft im Wettkampf auftreten, liegt auf der Hand: Durch die hohe Intensität kommt es zu einer Blutumverteilung. Der Magen-Darm-Trakt wird weniger gut durchblutet, weil das Blut in der arbeitenden Muskulatur benötigt wird. Schlechtere Durchblutung, hohe Flüssigkeits- und Energiezufuhr, Hitze, eine für den Magen-Darm-Trakt ungünstige Sitzposition auf dem Rad, aber auch Nahrungsreste im Darmbereich, Nahrungsmittelintoleranzen oder ein Flüssigkeitsmangel können diese Symptome auslösen. Psychische Faktoren wie Nervosität oder Stresshormone können die Verdauungsprobleme verstärken. Treten diese Symptome sehr häufig auf, lohnt es sich, gemeinsam mit einer Fachperson in Sporternährung oder Sportmedizin auf Ursachenforschung zu gehen. Einfache Massnahmen in den Tagen vor dem Wettkampf sind: Reduktion des Faseranteils in der Nahrungszufuhr, Vermeidung von schwer verdaulichen Nahrungsmitteln und Reduktion der Fettzufuhr, kleine Snacks zwischendurch einnehmen statt grosse Portionen bei den Hauptmahlzeiten, sich bei der Nahrungszufuhr Zeit lassen, langsam kauen, Flüssigkeitszufuhr optimieren. In den letzten Stunden vor dem Wettkampf die Milchprodukte und den Fruchtkonsum zu reduzieren, kann dazu beitragen, dass die Probleme während des Wettkampfs nicht auftreten. Ein ganz wichtiger Punkt ist, die eigene Wettkampfverpflegung im Training zu testen. Der Magen-Darm-Trakt kann an die hohe Zufuhr im Wettkampf gewöhnt werden – aber nur bei Trainings, die unter Wettkampfbedingungen stattfinden. Das heisst: Bei Intervalltrainings oder langen Belastungen die Kohlenhydratzufuhr wie im Wettkampf (Menge/Volumen, Häufigkeit, Produkte) einnehmen. Andere mögliche Gründe für Probleme sind kohlensäurehaltige Getränke, Schmerzmittel oder Kaffee. Während des Wettkampfs lohnt es sich, auf gewohnte Supplemente zurückzugreifen und die Flüssigkeitszufuhr zu optimieren. Eine gute Planung der Wettkampfernährung ist dabei das A und O! Natürlich handelt es sich hierbei um generelle Massnahmen, die nicht für alle gelten. Genau deshalb lohnt es sich, bei häufig auftretenden Problemen eine Fachperson aufzusuchen und die Ursache zu ergründen – als erster Schritt zur langfristigen Reduktion der Probleme und zur mittelfristigen Steigerung des Wohlbefindens.

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Als Leichtathletin lief Joëlle Flück, Jahrgang 1986, an den Schweizer Meisterschaften mehrfach aufs Podest. Als Wissenschaftlerin mit Doktorat in Sporternährung berät die Solothurnerin das Frauennationalteam von Swiss Cycling. Als Kolumnistin schreibt sie über Strategien rund um Kalorien.

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