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Tour de Suisse

Unterwegs mit der Sicherheits-Eskorte der Tour de Suisse

Bild: Sam Buchli

Abseits und meist ungesehen sorgt ein eingespieltes Team tagtäglich dafür, dass die Tour de Suisse sicher durch die Schweiz rollt. Wer die Tour de Suisse am Strassenrand verfolgt, dem fällt auch Guido Sereinigs Motorradheer und sein unverkennbarer Oberlippenbar auf. Wie Guido Sereinig und sein Team für reibungslose Rennen quer durchs Land sorgen, erfährst du in diesem Beitrag.

Nirgendwo gilt die Maxime „The Winner Takes It All!“ so sehr wie im Sport. Scheinwerferlicht und Aufmerksamkeit sind auch im Radsport den Schnellsten vorenthalten. Abseits und meist ungesehen sorgt ein eingespieltes Team tagtäglich dafür, dass ein Sportevent wie die Schweizer Landesrundfahrt reibungslos über die höchsten Alpenpässe und durch alle Landesteile rollt. Wer die Tour de Suisse schon einmal vom Strassenrand aus verfolgt hat, dem sind bestimmt Guido Sereinig und sein Motorradheer aufgefallen. Oder zumindest der unverkennbare Oberlippenbart Sereinigs.

Bild: Sam Buchli

Anders wie zum Beispiel bei der Tour de France, welche für ihre Rennen komplette Streckenabschnitte für den ganzen Tag sperren lassen kann, ist die Bewilligungslage in der Schweiz eine andere. Der Sportliche Leiter der Tour de Suisse, David Loosli, holt zwar bei allen kantonalen Polizeibehörden Bewilligungen für die Strassensperrungen ein, gesperrt werden die Strassen während der Tour de Suisse jedoch dynamisch. Das bedeutet, dass die Strassen nur für die Durchfahrt des Rennens, während 20-30 Minuten, gesperrt und danach wieder für den Verkehr freigegeben werden. Dieses dynamische Absperren der Rennstrecke setzt eine grosse logistische Vorarbeit und ein äusserst eingespieltes Team vor Ort voraus.

 

Bild: Sam Buchli

Dieses Team leitet der hauptberufliche Polizist Guido Sereinig zusammen mit seinem Stellvertreter Martin Trevisan und einem Heer an Motorradpiloten, viele davon auch aus Polizei-Korps stammend. Unterstützend zur Seite stehen eine grosse Zahl von Angehörigen der Armee wie auch Mitglieder des lokalen Zivilschutzes, der Feuerwehr sowie der Polizei. Diese stationären Einsatzkräfte stehen an im Vorfeld bestimmten Standorten wie Kreuzungen, Verkehrsinseln oder anderen Gefahrenstellen. Dem Rennen 10 Minuten voraus fährt ein Führungsfahrzeug mit einer grünen Lampe, welches den Einsatzkräften signalisiert: Achtung das Rennen naht. Ab diesem Zeitpunkt dürfen sie keinen Verkehr mehr in die Richtung der Rennfahrer lassen. Es sind nur noch Überquerungen und Fahrten in Zielrichtung möglich. 5 Minuten vor dem Rennen passiert ein Fahrzeug mit roter Lampe. Ab jetzt werden Kreisel und Kreuzungen komplett gesperrt, Autos an die Seite gelotst und auch sonst alles abgeriegelt.

Warum also braucht es das Team rund um Guido Sereinig?

„Weil immer irgendwo ein Engpass entstehen kann“, weiss Sereinig. „Die lokalen Einsatzkräfte können mit schwierigen Verkehrsführungen und uneinsichtigen Automobilisten beschäftigt sein oder es will genau in dem Moment ein Anrainer aus der Tiefgarage fahren und wird so zur unvorhersehbaren Gefahr“, so Sereinig weiter. Aus diesen Gründen ist Guido Sereinig mit seinen zirka 30 Motorrädern direkt vor dem Rennen unterwegs.

Bild: Sam Buchli

Der Arbeitstag beginnt jeden Morgen vor dem Start zur Tagesetappe mit dem sogenannten Bogen-Meeting, in welchem Guido Sereinig zusammen mit David Loosli die Leiter der lokalen Polizei, des Militärs und der Sanität über spezifische Aufgaben und Herausforderungen der aktuellen Etappenführung brieft. „Während für die Rennfahrer*innen die Alpenpässe die grössten Herausforderungen mit sich bringen, sind diese Streckenabschnitte für uns bedeutend weniger hektisch, da die Passstrassen über weniger Seitenstrassen und Passierrouten verfügen. Hektisch und angespannt wird es immer im urbanen Raum. Städtische Gebiete mit all den verkehrsberuhigenden Elementen sind nicht für Radrennen konzipiert und bergen für das Peloton Gefahren“, sagt Sereinig über seine tägliche Arbeit während einer Etappe.

Bild: Sam Buchli

Im Rennen fährt der Chef der Sicherheits-Eskorte, einer Galionsfigur mit Schnauzbart gleich, aus dem Dachfenster ragend mit seiner Kelle und Trillerpfeife vor der Spitze des Rennens. Während er dabei die Einsatzkräfte auf den Motorrädern dirigiert, vertraut er seinem Stellvertreter Trevisan, der hinter dem Steuer des Autos sitzt: „Er pilotiert mich in allen Phasen des Rennens sicher durch die Gegend“, schätzt Sereinig die Zusammenarbeit mit seinem Kollegen. Die angesprochenen Motorradfahrer verfügen über jahrelange Erfahrung und verstehen ihren Dirigenten fast blind. So setzt Sereinig seine Leute an Gefahrenstellen oder macht lokale Einsatzkräfte auf spezifische Probleme aufmerksam. Sobald die letzten Fahrer*innen und der Besenwagen an einem Motorrad der Sicherheits-Eskorte vorbei sind, schwingt sich dieser wieder auf sein Motorrad und wartet auf eine gute Möglichkeit das Peloton zu überholen, um sich hinter dem Auto von Guido Sereinig wieder einzureihen. Auch die über hundert Hilfskräfte der Armee haben oft mehr wie einen Einsatz pro Tag. Sie überholen das Rennen jeweils via Umfahrungsstrassen, wie beispielsweise Autobahnen.

 

Bild: Sam Buchli

In Anbetracht all dieser Herausforderungen ist es eine logistische Glanzleistung, dass es die Tour de Suisse schafft, die Strassen jeweils nur für kurze Zeit zu sperren. Wer also im kommenden Juni am Strassenrand steht, darf dem Guido und seinem Team genau so frenetisch zujubeln, wie den Radprofis.

 

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