WM Nantes

Simon Marquart ist der erste Schweizer Weltmeister, Zoé Claessens gewinnt Silber

Weltmeister! Simon Marquart, flankiert von Kye White (links) und Joris Daudet, lässt sich als erster Schweizer Gold umhängen. Bild: Nico van Dartel

Die BMX-Racing Athletinnen und Athleten von Swiss Cycling trumpfen an der WM in Nantes gross auf. Simon Marquart wird als erster Schweizer Weltmeister, Zoé Claessens muss sich einzig Felicia Stancil geschlagen geben, und Nadine Aeberhard reiht sich in der U23-Kategorie ebenfalls als Zweite ein.

Simon Marquart übernahm im WM-Final der besten acht Athleten nach rund der Hälfte der Strecke die Führung – und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab. Der Winterthurer siegte mit 13 Hundertsteln Vorsprung vor Europameister Kye Whyte aus Grossbritannien. Der drittplatzierte Franzose Joris Daudet, zweifacher Weltmeister, lag schon über eine halbe Sekunde zurück.

Marquart hatte schon im letzten Jahr für Schweizer Premieren gesorgt, als er zuerst ein Weltcuprennen und danach den Gesamtweltcup für sich entschied. Zu den ganz grossen Titelfavoriten hatte er in Nantes gleichwohl nicht gehört, denn hinter seiner Form stand wegen Verletzungspech ein Fragezeichen. Im Frühling hatte Marquart einen Oberarmkopfbruch erlitten, seine Saisonvorbereitungen waren entsprechend stark beeinträchtigt.

„Ich hatte auf Bahn 6 für einmal eine günstige Ausgangslage, weil zu erwarten war, dass sich die Fahrer auf der Innenseite gegenseitig behindern würden. Nach sehr gutem Start und sehr guter erster Kurve blieb ich ruhig und zog vorbei, als die anderen Tempo verloren“, sagte Marquart, der sich mit dem historischen Schweizer WM-Gold einen Kindheitstraum erfüllte.

Für die Schweiz hatte es bei den Männern an Weltmeisterschaften bisher zweimal Bronze gegeben. Beide Male, in der letzten Saison und vor sieben Jahren, war der jetzige Nationalcoach David Graf Dritter geworden.

Der zweite Schweizer Athlet von Weltklasseformat, Cédric Butti, hatte mit der Entscheidung nichts zu tun. Der Thurgauer, Anfang Juli in Dessel in Belgien EM-Zweiter, war in den Achtelfinals ausgeschieden.

Nicht viel fehlte, und die Auswahl von Swiss Cycling hätte auch im Frauen-Rennen die Goldmedaille gewonnen. Zoé Claessens musste sich der überraschenden Amerikanerin Felicia Stancil um die Winzigkeit eines Hundertstels geschlagen geben. Sie sei gut gestartet, habe dann aber etwas Tempo verloren. Es sei ihr dann aber gut gelungen, den zweiten Platz zu verteidigen, befand die 21-jährige Romande, welche rein altermässig gar noch in der U23-Kategorie startberechtigt wäre.

Auch bei den Frauen hatte es für die Schweiz an Weltmeisterschaften zuvor zwei Bronzemedaillen gegeben, und zwar vor 23 und vor 19 Jahren jeweils durch die Rheintalerin Tatjana Schocher.

Eine dritte Medaille für die Schweiz an diesen Titelkämpfen resultierte in der U23-Kategorie der Frauen. Nadine Aeberhard gewann Silber. An den Europameisterschaften in Dessel war die Bernerin als Titelverteidigerin hinter ihrer Teamkollegin Thalya Burford Dritte geworden. Die Genferin hatte sich in Nantes ebenfalls für den Final qualifiziert, schied aber nach einem spektakulären Sturz aus.

Die seit ein paar Jahren zu beobachtende Aufwärtstendenz im Schweizer BMX-Sport hat in Nantes einen neuen Höhepunkt erreicht. Anhängerinnen und Anhänger der spektakulären Schnellkraft-Sparte dürfen sich freuen: Die Aushängeschilder von Swiss Cycling sind allesamt noch jung bis sehr und verfügen über (teilweise reichlich) Steigerungspotenzial.

Text: Keystone-SDA

Silber: Zoé Claessens (links) setzt ihren rasanten Aufstieg fort Bild: Nico van Dartel

Silber in der U23-Kategorie: Nadine Aeberhard (links) muss sich einzig der Dänin Malene Kejlstrup Sörensen (Mitte) geschlagen geben. Bild: Nico van Dartel

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