Tour de Suisse

Sagan siegt, Bisseggers Effort bleibt unbelohnt

Auf der Flucht: Matthias Reutimann (ganz rechts) und Stefan Bissegger (in Pink) suchen mit ihren Gefährten das Weite. Bild: Keystone-SDA

Peter Sagan nutzt in Grenchen die wohl beste Gelegenheit für die Sprinter-Fraktion bei dieser Tour de Suisse. Der Slowake, bereits zuvor Rekordhalter, steht bei der Schweizer Landesrundfahrt nun bei 18 Siegen. Stefan Bissegger wird nach couragierter Darbietung kurz vor dem Ziel eingeholt.

Neues Team, neues Glück, sagte sich Peter Sagan vor dieser Saison und wechselte nach fünf Jahren beim Team Bora-Hansgrohe zur französischen Equipe Total Energies. „Ich wollte wieder einmal neue Gesichter sehen“, so der dreifache Weltmeister aus der Slowakei, der in seiner letzten Saison bei Bora nicht mehr den zuvor gewohnten Support spürte – und auch deshalb kaum mehr Siege ablieferte.

Doch aus dem erhofften Neustart wurde für Sagan 2022 vorerst einmal nichts. Der 32-Jährige erlebte vor dem Triumph in Grenchen ein Seuchenjahr, viele begannen bereits, ihn abzuschreiben. Doch Sagan litt – neben dem einen oder anderen Problem – vor allem auch an Langzeitfolgen von Corona. „Mein Frühling war einfach nur schrecklich. Teils war ich nicht einmal fähig, Flachetappen mit der Spitze zu beenden.“

Sagan unterbrach folgerichtig Anfang April seine Saison – und stieg erst am vergangenen Freitag in Gippingen wieder in den Rennmodus ein. So wichtig die Auszeit für den Formaufbau war, so richtig erschien die Tour de Suisse als Ort für das Comeback. Mit 17 Tagessiegen war Sagan bei der Schweizer Landesrundfahrt schon zuvor mit grossem Abstand Rekordhalter, bei jeder Teilnahme resultierte zumindest ein Sieg.

Auf den ihm so wohlgesinnten Schweizer Strassen wollte er sich für den Saisonhöhepunkt in Form fahren. Denn von Sagan als hochbezahltem Star einer französischen Mannschaft werden in der Tour de France Siege erwartet. Nun kann der Slowake wieder mit mehr Zuversicht nach vorne blicken: „Heute in Grenchen war mein Tag. Dieser Sieg kann wegweisend sein. Auch meine mentale Einstellung ist nun wieder viel besser.“ Er wolle noch nicht sagen, dass „ich zurück bin. Aber es ist doch mal ein Anfang.“

Das dritte Teilstück der Tour de Suisse führte über 176,9 km von Aesch nach Grenchen. Zu den grossen Animatoren dieser Etappe im und über den Jura gehörte Stefan Bissegger. Der Thurgauer, der sich kurz nach dem Start mit fünf weiteren Fahrern abgesetzt hatte, sah sich als letzter Ausreisser rund 11 km vor dem Ziel vom Feld eingeholt. „Manchmal muss man etwas wagen, um zu gewinnen. Heute fehlte nicht so viel“, so Bissegger, der sich die nächsten Tage eher zurückhalten wird, um dann am Sonntag im abschliessenden Zeitfahren in Vaduz wieder um den Sieg mitkämpfen zu können. Zu erwähnter Fluchtgruppe gehörte auch der für das Nationalteam fahrende Zürcher Matthias Reutimann.

Leader der Landesrundfahrt bleibt der Brite Stephen Williams, der mit sechs Sekunden Vorsprung vor dem Dänen Andreas Kron führt. Der Deutsche Maximilian Schachmann, vormaliger Zweiter im Gesamtklassement, wurde gut 4 km vor dem Ziel in einen Massensturz verwickelt und büsste dadurch fast eine Minute auf Williams ein. Bester Schweizer in der Gesamtwertung bleibt Stefan Küng. Der Thurgauer liegt als Fünfter zehn Sekunden hinter dem Leader.

Startort der 4. Etappe am Mittwoch ist Grenchen, von wo es über Huttwil, Sempach und Küssnacht am Rigi nach Brunnen geht. 15 km vor dem Ziel ist mit dem Sattel – 3 km lang und durchschnittlich 8,5 Prozent Steigung – noch das Haupthindernis des Tages zu überwinden.

Text: Keystone-SDA

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