Zoé Claessens

Olympia geschafft – doch was kommt nun?

Mit nur 20 Jahren schon auf der ganz grossen Bühne: Zoé Claessens schaffte es in Tokio bis ins Final. Bild: SWpix.com

Die olympischen Spiele sind der Traum aller Athletinnen und Athleten. Jahrelanges Training, Blut, Schweiss und Tränen – es wird extrem viel investiert, um am Tag X die absolute Bestleistung abliefern zu können. Doch was kommt nach dem grossen Traum? Swiss Cycling hat nachgefragt.

Das Feuerwerk beschliesst das Ende der Spiele. Die olympische Flamme ist aus, tausende Athleten packen ihre Koffer und begeben sich auf den Heimweg. Mit im Gepäck eine Vielzahl an kostbaren Erfahrungen, Eindrücken, Begegnungen und vielleicht sogar ein Stück Edelmetall. Der olympische Gedanke ist allen gemein, wie es jedoch für die oder den Einzelnen weitergehen wird, könnte kaum unterschiedlicher sein.

2021 war für Zoé Claessens ein spezielles Jahr. Gerade mal 20 Jahre alt, aber schon eine der ganz Grossen. Podest am Elite-Weltcup, Europameistertitel, Teilnahme an Olympischen Spielen – diese Frau ist nicht zu stoppen. «Es war schon sehr speziell. Noch Anfang 2020 hätte ich nie daran geglaubt, mich für Tokio qualifizieren zu können», sagt die Romande. «Erst, als ich gute Resultate erzielte, wurde mein Traum realistischer». 

In Tokio lief es nicht wie gewünscht. Nach einem Sturz im Halbfinal kam sie nicht mehr auf Touren und kehrte enttäuscht in die Schweiz zurück. «Es ist frustrierend, wenn du hart für etwas arbeitest, deine Leistung dann am Tag X aber nicht abrufen kannst», resümiert Claessens. An der Nervosität habe es nicht gelegen. «Es fühlte sich wie ein Weltcup an; ich war nicht viel nervöser oder gestresster, weil es sich um Olympischen Spiele handelte.» Nur das Drumherum sei natürlich viel grösser gewesen.  

Nach Tokio kehrt die 20-Jährige in ein normaleres Leben zurück. Für die Vorbereitung auf Tokio hatte sie die Schule ein Jahr lang unterbrochen und mit anderen Athletinnen und Athleten aus der ganzen Welt im Centre Mondial du Cyclisme (CMC) trainiert. Wegen der coronabedingten Verschiebung der Spiele wurden es zwei Jahre. «Nun muss ich mein letztes Jahr im Gymnasium beenden. Danach werde ich wohl ein Jahr lang studieren und dann für die unmittelbare Vorbereitung auf Paris womöglich ins CMC zurückkehren. Es ist aber noch nichts sicher, es kann sich alles schnell wieder ändern.» 

Was sich nicht ändern wird, sind ihre Ziele: «Die Olympischen Spiele in Paris stehen ganz oben, doch auch die Welt- und Europameisterschaften sind sehr wichtig». In ihrer jungen Karriere hat Zoé Claessens den einen oder anderen Schritt übersprungen. Die Europameisterin ist nicht nur vielen Konkurrentinnen, sondern auch ihrer Zeit voraus. 

«Es fühlte sich wie ein Weltcup an; ich war nicht viel nervöser oder gestresster, weil es sich um Olympische Spiele handelte.»

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