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EM Brno

Neff im Favoritenkreis, Forster mit Aussenseiterchancen

Zuversichtlich Richtung Tschechien unterwegs: Nicole Koller, Sina Frei, Jolanda Neff und Linda Indergand (von links nach rechts) gehören in Brünn zu den Schweizer Hoffnungsträgerinnen. Bild: Keystone

Am Donnerstag werden die Mountainbike-Europameisterschaften in Brünn mit dem Team Relay eröffnet. Derweil Titelhalterin Jolanda Neff wiederum zum engsten Favoritenkreis gehört, befindet sich Titelverteidiger Lars Forster aufgrund einer Verletzung noch nicht in der angestrebten Verfassung.

Der Olympiasieger steht an den Europameisterschaften nicht am Start. Nino Schurter verzichtet auf die kontinentalen Titelkämpfe in Brünn, er priorisiert die Weltcuprennen und vor allem die Weltmeisterschaften von Ende August in Kanada. Doch auch ohne den Bündner und den ebenfalls pausierenden Mathias Flückiger ist den Schweizern auf dem unbekannten Terrain in Tschechien einiges zuzutrauen, wie der Blick in die Vergangenheit zeigt. Die Schweizer Bilanz an der Kontinentalmeisterschaft der letzten zehn Jahre lässt sich jedenfalls sehen. Nicht weniger als 15 Medaillen errangen die Athleten von Swiss Cycling im Cross-Country in der Elite-Kategorie seit 2009, darunter sechs goldene und sieben silberne. Mindestens ein männlicher Athlet schaffte es in dieser Zeitspanne ausnahmslos in die Medaillenränge.

Letzte Saison triumphierten sowohl Lars Forster als auch Jolanda Neff – die Ostschweizerin zum dritten Mal nach 2015 und 2016. Obwohl Neff gut einen Monat vor der WM in Mont Sainte-Anne, dem Saisonhighlight, noch nicht ganz in Bestform ist, stehen ihre Chancen gut – nicht nur, weil ihre grösste Gegnerin, Weltcup-Leaderin Kate Courtney aus den USA, nicht startberechtigt ist.

Forster gehört aufgrund des bisherigen Saisonverlaufs nicht zu den Favoriten, zumal Ausnahmekönner Mathieu van der Poel am Samstag am Start stehen wird. Forster, der auf diese Saison hin zum Scott-Team von Nino Schurter stiess, wurde durch einen schmerzhaften Sturz in Albstadt vorübergehend ausgebremst. Noch steht der 25-jährige St. Galler in diesem Sommer ohne Spitzenresultat da. In Anbetracht seines Potenzials dürfte es aber lediglich eine Frage der Zeit sein, ehe sich dies ändern wird. Er lassen sich von Forster gerne überraschen und traue ihm die Überraschung auch zu, sagt Nationaltrainer Bruno Diethelm.

 

Frei zum Vierten?

Sina Frei ist viermal in Folge Europameisterin geworden – einmal als Juniorin, dann dreimal bei den U23. Der Druck sei in Anbetracht dieser Ausgangslage gross, „aber ich traue Sina zu, dass sie den vierten U23-Titel auch noch gewinnen kann. Ich denke nicht, dass es so etwas in der MTB-Geschichte schon einmal gegeben hat“, hält Nationaltrainer Edi Telser fest. Diethelms Topathlet in der höchsten Nachwuchsklasse ist Filippo Colombo, welcher sich in den diesjährigen Weltcuprennen stets unter den besten vier einreihte. „Filippo hat das Zeug, um dieses Rennen zu gewinnen“, sagt Diethelm, welcher auch Joel Roth viel zutraut.

Was die Aussichten der Juniorinnen betrifft, ist Telser ebenfalls zuversichtlich: «Jacqueline Schneebeli und Ronja Blöchlinger verfügen grundsätzlich über die Fähigkeiten, aufs Podest zu fahren.» Ob das Potenzial ausgeschöpft werden könne, hänge unter anderem mit der Strecke zusammen.

U19-Nationaltrainer Martin Gujan versprüht im Hinblick auf seine EM-Premiere Optimismus: «Unsere acht Junioren sind auf internationaler Ebene allesamt schon in die Top 15 gefahren, vier davon sogar in die Top 5. Wenn am Tag X alle ihr Potenzial abrufen können, liegt eine sehr gute Mannschaftsleistung drin», resümiert der Bündner, im nächsten Atemzug ergänzend, «dass wir in diesem Fall auch einen oder zwei Athleten in den Top 5 hätten». sda/SC

Neue Gesichter in der Staffel

Die Delegation von Swiss Cycling bestreitet das Team Relay in neuer Besetzung. Vom Quintett, welches vor Jahresfrist in Lenzerheide WM-Gold gewann, ist am Donnerstag in Brünn (Start um 17 Uhr) lediglich U23-Titelhalterin Sina Frei dabei. Komplettiert wird das Ensemble von Dario Lillo (Junioren), Joel Roth (U23), Ramona Forchini und Andri Frischknecht (beide Elite).

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