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EM CHEILE GRADISTEI

Koller nahe am Podest, Halter ist Europameisterin

Monique Halter jubelt über den Europameistertitel. Bild: Armin Küstenbrück / Ego Promotion

Platz 4 für Nicole Koller, Rang 8 für Filippo Colombo – in den Elite-Kategorien ist der Schweizer EM-Medaillengewinn im Cross-Country bei widrigen Verhältnissen ausgeblieben. In der U23-Kategorie hingegen liessen sich Monique Halter und Anina Hutter in Rumänien Gold und Bronze umhängen.

Nicole Koller verpasste ihre zweite Medaille in Cheile Gradistei um einen Rang. In Abwesenheit von Alessandra Keller und Jolanda Neff sowie weiteren Topfahrerinnen fehlte der 27-jährigen Zürcherin etwas mehr als eine Minute zum 3. Platz. Ein platter Reifen machte ihre Podesthoffnungen zunichte. „Ich habe bei den harten Verhältnissen alles aus mir herausgeholt; leider resultiert am Ende der undankbare 4. Platz», hielt Koller fest. Zweitbeste Schweizerin war Ramona Forchini im 11. Rang. Die Niederländerin Puck Pieterse verteidigte ihren Titel erfolgreich. Die letztjährige Gesamtweltcupsiegerin profitierte von der Aufgabe der gestürzten, aber unverletzt gebliebenen Weltmeisterin Pauline Ferrand-Prévot; sie triumphierte vor der Österreicherin Mona Mitterwallner und der Deutschen Nina Benz.

Bei den Männern gehörten die Schweizer ebenso zu den Geschlagenen wie der rumänische Titelverteidiger und «Hausherr» Vlad Dascalu (14. Platz). Filippo Colombo, dem Chancen auf einen Podestplatz eingeräumt worden waren, wurde Achter. Auch der 26-jährige Tessiner verwies in der Analyse auf die „extremen Bedingungen“ mit Regen und Kälte, welche ihm nicht sonderlich behagen. Colombo kam mit über zwei Minuten Rückstand auf den Sieger ins Ziel, zum Podest fehlte ihm ebenfalls über eine Minute. Der zweifache Europameister Lars Forster belegte den elften Platz. Der Sieg ging an den Italiener Simone Avondetto. Der 24-Jährige setzte sich vor dem Dänen Simon Andreassen und dem Deutschen Julian Schelb durch.

Nicole Koller beendet das Cross-Country Rennen auf Platz 4. Bild: Armin Küstenbrück / Ego Promotion

Monique Halter meldet sich zurück

Vor dem U23-Rennen der Frauen schien die Ausgangslage aus helvetischer Perspektive nicht sonderlich gut zu sein. Teamleaderin Ginia Caluori, vor Jahresfrist in Glasgow WM-Silbermedaillengewinnerin, hatte die Reise nach Rumänien krankheitshalber nicht angetreten. Monique Halter fühlte sich ebenfalls nicht fit, verzichtete daher auf die Teilnahme am Short Track-Wettkampf und am Team Relay. Annina Hutter wiederum sprang nach Halters Absage kurzfristig im Team Relay ein – und absolvierte eine sehr schnelle Runde.

Im Rennen jedoch war von den herausfordernden Rahmenbedingungen wenig zu spüren – im Gegenteil: Elina Benoit begab sich sogleich in die Spitzengruppe, Halter hielt sich kurz dahinter auf. Hutter begann etwas langsamer, arbeitete sich jedoch stetig nach vorne. Derweil Benoit von Schlamm und Temperaturen nahe am Gefrierpunkt gebremst wurde, das Pensum aber dennoch bewältigte und letztlich Rang 10 belegte, erhöhte Halter bei Rennhälfte die Pace und setzte sich von der Konkurrenz ab. 2022 war die Appenzellerin als Juniorin Welt- und Europameisterin geworden, 2023 konnte sie wegen Rückenbeschwerden kaum Wettkämpfe bestreiten. Nun meldete sich die 19-Jährige aus Herisau auf eindrucksvolle Weise zurück. Sie sei «ein bisschen überwältigt», sagte Halter. «Ich hatte gedacht, das Podest würde mich für ausser Reichweite bleiben, fuhr einfach mein Tempo und war plötzlich allein vorne. Mir fehlen gerade die Worte.»

Die Bündnerin Hutter, 2005 geboren und daher bis zu drei Jahre jünger als die Gegnerinnen, hatte in der Schlussphase noch reichlich Reserven und darf sich dank beeindruckender Aufholjagd über einen Bronzemedaillengewinn freuen. sda/SC

Monique Halter gewinnt Gold, Annina Hutter Bronze. Bild: Armin Küstenbrück / Ego Promotion

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