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WC Lenzerheide

Frei beeindruckend, Neff im Pech

Erstaunliche Vorstellung: Sina Frei ist in ihrem ersten Eliterennen in Lenzerheide gleich auf Rang 4 gefahren. Bild: EGO Promotion

Jolanda Neff hat die Podestränge im Weltcuprennen von Lenzerheide verpasst. Die Europameisterin wurde auf Platz 4 liegend durch einen Defekt zurückgebunden und traf als Achte im Ziel ein. Die Schwedin Jenny Rissveds meldete sich als Siegfahrerin zurück. Sina Frei wurde starke Vierte.

Drei Wochen vor der WM im kanadischen Mont-Sainte-Anne hat Rückkehrerin Jenny Rissveds ihren ersten Triumph nach der zweijährigen Auszeit realisiert. In ihrem fünften Rennen triumphierte die 25-jährige Olympiasiegerin von 2016 vor der Holländerin Anne Terpstra und der Französin Pauline Ferrand-Prévot. Beste Schweizerin war Sina Frei als Vierte. 44 Sekunden fehlten der 22-jährigen Zürcherin zum ersten Podestplatz bei der Elite.

Jolanda Neff erwischte einmal mehr auf der Lenzerheide nicht ihren besten Tag. Sie musste das Spitzentrio um Rennmitte ziehen lassen und fuhr einem sicheren 4. Platz entgegen, welcher die Vorentscheidung im Gesamtweltcup zu ihren Gunsten hätte bedeuten können. In der Schlussrunde aber verzeichnete sie einen platten Reifen und fiel noch hinter Kate Courtney auf Platz 8 zurück. Courtney, die dreifache Saisonsiegerin und einzig verbliebene Konkurrentin Neffs in der Gesamtwertung, kann die Schweizerin beim Weltcupfinal in Snowshoe damit noch abfangen. 73 Punkte trennen die beiden, was angesichts der 375 Punkte, die es noch zu holen gibt, eine kleine Differenz ist.

Während Neff verständlicherweise betrübt war, strahlte Rissveds auf jenem Siegertreppchen, auf dem sie vor drei Jahren ihren einzigen Weltcupsieg gefeiert hatte. „Damit schliesst sich der Kreis“, kommentierte die Schwedin treffend. Bereits während der Saison 2016 erlebte Rissveds die Schattenseiten des Erfolgs. „Alle sagen, das war mein bestes Jahr. Aber in Wahrheit ging es mir schlecht. Ich war mental krank“, sagte Rissveds. Vor allem die öffentliche Aufmerksamkeit durch den Olympiasieg setzten der damals 22-Jährigen zu. Als im Frühjahr 2017 innert kurzer Zeit auch noch ihre beiden Grossväter starben, zog sie sich völlig ausgebrannt ganz zurück. Erst in dieser Saison fühlte sie sich zum Comeback imstande.

Für das beste Schweizer Resultat war Sina Frei besorgt. Die 22-Jährige aus Uetikon am Zürichsee reiht sich in ihrem ersten Elite-Jahr gleich ganz vorne ein. Sie wurde in Lenzerheide zum dritten Mal Vierte, und es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, ehe sie erstmals auf dem Elite-Podest stehen wird.

Koller auf Platz 6

In der U23-Kategorie war Nicole Koller nicht in der Lage, ihr Leistungsvermögen abzurufen. Ein böser Sturz nach dem Training am Vortag hatte einen gröberen Kratzer am rechten Bein und eine wunde Schulter hinterlassen. Auch wenn ihr schnell klar wurde, dass das Podest ausser Reichweite bleiben würde, steckte sie nicht zurück und beendete das Rennen als Sechste. „Mein Körper war heute nicht in Bestform. Ich habe gegeben, was ich geben konnte und bin mit dem Ergebnis deshalb auch zufrieden. Das Publikum war super. Es hat mich auf der gesamten Strecke lautstark unterstützt, ja schon fast angeschoben“, hielt Koller fest. sda/SC

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