Tour de Suisse

Impey gewinnt, Küng bleibt bester Schweizer

Der „Swiss Train“: Die Nationalteam-Athleten Matthias Reutimann, Simon Vitzthum, Claudio Imhof, Roland Thalmann, Lukas Rüegg und Robin Froidevaux sowie Stefan Küng (von links) während einer ruhigen Phase des Etappe. Bild: Keystone-SDA

Die Schweizer Fahrer stehen auch bei Hälfte der 85. Tour de Suisse noch ohne Tagessieg da. Diesen sichert sich in Brunnen vielmehr der bereits 37-jährige Daryl Impey. Der Brite Stephen Williams verteidigt bei erneut grosser Hitze das Gelbe Trikot nur mit Mühe.

Gingen im Vorjahr dank Stefan Küng, Stefan Bissegger und Gino Mäder nicht weniger als drei der acht Etappensiege an einen Schweizer, kämpfen diese heuer bislang ohne Glück. Rang 4 von Marc Hirschi beim Tour-Auftakt am letzten Sonntag in Küsnacht bleibt auch nach vier von acht Etappen die beste Platzierung.

Der 23-jährige Berner, der in den letzten Tagen immer wieder von Problemen mit der elektronischen Schaltung seines Velos heimgesucht wird, findet die ständigen Radwechsel zwar „ärgerlich. Doch die Spezialisten sind intensiv am Suchen und finden hoffentlich bald die Lösung des Problems.“ Auch wenn er das Streckenprofil der 5. Etappe – diese findet ausschliesslich auf Tessiner Strassen statt – betrachtet, so schöpft Hirschi zusätzlich Zuversicht: „Auf dem Papier liegt mir diese Etappe.“

Der Start erfolgt gleich neben dem Eishockey-Stadion des HC Ambri-Piotta, das Ziel befindet sich 190,1 km später in Novazzano. Auf der sehr hügeligen Zusatzschlaufe, die zweimal zu absolvieren ist, sind Klassiker-Spezialisten und auch so genannte Puncher bevorteilt. Damit kommen sowohl Hirschi als auch Stefan Küng für den Tagessieg infrage.

Küng unterstrich seine starke Form schon in Küsnacht und Aesch mit je einem 7. Rang. Auch das Teilstück nach Brunnen beendete der Thurgauer als Zehnter in den Top 10. Küng ist als Fünfter auch im Gesamtklassement nach wie vor der am besten klassierte Einheimische. Küngs Rückstand auf den Leader Stephen Williams beträgt nach wie vor zehn Sekunden. Hirschi folgt als Gesamt-Sechster unmittelbar hinter Küng und zeitgleich mit diesem.

Deutlich mehr Mühe – vor allem aufgrund der Hitze – bekundete bislang Gino Mäder. Als Hirschi im kurzen, aber steilen Aufstieg zum Sattel eine Attacke lancierte, fiel der Captain des Bahrain-Teams gar einige Meter hinter das klein gewordene Spitzenfeld zurück. Doch Hirschi merkte schnell, dass er nicht wegkommen würde, womit das Tempo an der Spitze wieder sank – und Mäder wieder Anschluss an die Spitze fand.

Seitens des Schweizer Nationalteams erreichte Yannis Voisard das Ziel als 32. mit der ersten Gruppe, zeitgleich mit der Spitze. Der Bergspezialist aus dem Kanton Jura scheint sich von seinem Bienenstich in den Hals, welchen er in der ersten Etappe erlitten hatte, erholt zu haben.

Der Sieg in der 4. Etappe ging überraschend an Daryl Impey, obwohl er sich ein paar hundert Meter vor der Ziellinie noch eingeklemmt sah. Doch der Südafrikaner fand gerade noch rechtzeitig eine Lücke und vermochte im Sprint den favorisierten Australier Michael Matthews um wenige Zentimeter zu distanzieren.

Für Impey, der in seiner 16. Saison als Profi steht, war es der erste Sieg überhaupt in der Schweiz, zudem der erste auch seit fast drei Jahren auf Stufe World Tour. 2019 durfte er sich in Brioude am französischen Nationalfeiertag als Sieger der 9. Etappe der Tour de France feiern lassen.

Text: Keystone-SDA

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