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Tour de Suisse

Brillanter Bernal, präsente Schweizer

Der Swiss Express in der Fluchtgruppe: Gino Mäder, Michael Albasini, Steve Morabito und Mathias Frank (von links) halten das Tempo hoch. Bild: Keystone

Der Kampf um den Gesamtsieg an der Tour de Suisse läuft auf ein Duell zwischen dem Kolumbianer Egan Bernal und dem Australier Rohan Dennis hinaus. In der 7. Etappe auf den Gotthardpass baute Leader Bernal mit dem Tagessieg seinen Vorsprung in der Gesamtwertung aus. Bester Schweizer in der Gesamtwertung ist der auf Platz 12 liegende Patrick Schelling vom Swiss Cycling-Team.

Egan Bernal, das 22-jährige Riesentalent aus Kolumbien, war auf dem längsten Teilstück der diesjährigen Rundfahrt durch die Schweiz erneut der stärkste Fahrer. Nachdem er am Vortag in Flumserberg mit seinem 2. Rang das Leadertrikot übernommen hatte, setzte er auf der legendären Tremola-Strasse zum Gotthard noch einen drauf. Nach magistraler Vorarbeit seiner Kollegen vom Team Ineos sicherte er sich seinen ersten Etappensieg in der Schweiz und verbesserte seine Ausgangslage für den Tour-Sieg.

Vor den abschliessenden Etappen im Oberwallis, dem Einzelzeitfahren vom Samstag und dem „Alpencircuit“ über Nufenen-, Gotthard und Furkapass vom Sonntag, baute er seinen Vorsprung auf Dennis in der Gesamtwertung von 12 auf 41 Sekunden aus. Wie schon tags zuvor wartete Bernal lange, ehe er die entscheidende Attacke lancierte. 2,7 km vor dem Ziel machte er sich auf die Verfolgung des Spaniers Enric Mas, der kurz zuvor angegriffen hatte. Gut 2 km vor dem Ende befand sich dann Bernal bereits alleine an der Spitze.

Dass die 83. Ausgabe der Tour de Suisse nicht schon vorentschieden ist, liegt primär an Rohan Dennis. Dem 29-Jährigen gelang erneut eine starke Vorstellung am Berg. Hinter Bernal und dem Italiener Domenico Pozzovivo klassierte er sich auf dem Gotthard mit 23 Sekunden Rückstand im 3. Rang. Ärgerlich für Dennis: Ausgerechnet sein Teamkollege Pozzovivo schnappte ihm zwei Bonifikations-Sekunden weg.

Der Zeitfahr-Weltmeister versucht seit einiger Zeit, sich vom Spezialisten im Kampf gegen die Uhr zu einem Rundfahrten-Spezialisten zu entwickeln. An der Tour de Suisse gelingt dies dem 29-Jährigen bisher ausgezeichnet. Am Samstag im Zeitfahren hat Dennis gar die Chance, das Leadertrikot zu übernehmen. Sein Rückstand jedenfalls lässt sich auf den knapp 20 Kilometern aufholen.

Als beste Schweizer überquerten Kilian Frankiny und Patrick Schelling die Ziellinie mit einem Rückstand von 1:20 Minuten auf den Plätzen 14 und 15. Während Schelling bereits am Vortag als Neunter brilliert hatte, hat sich Frankiny vor allem für die Etappe am Sonntag in seiner Oberwalliser Heimat viel vorgenommen.

Auf dem Weg von Unterterzen am Walensee durch das Bündnerland über den Lukmanierpass zum Gotthard hatten sich weitere Schweizer in Szene gesetzt. Mit Steve Morabito, Mathias Frank, Gino Mäder und Michael Albasini schafften es gleich vier Schweizer in die achtköpfige Fluchtgruppe. Alle Ausreisser wurden aber am Gotthard wieder gestellt. „Das Team Ineos liess uns nicht wirklich ziehen“, resümierte Landesmeister Steve Morabito.

Am längsten widerstand Mathias Frank der Gruppe mit den Favoriten. Der Luzerner war auf Wiedergutmachung aus, nachdem er am Vortag nach Flumserberg seine Ambitionen auf einen Spitzenrang in der Gesamtwertung hatte begraben müssen. Neun Kilometer vor dem Ziel setzte er sich alleine ab, gut fünf Kilometer vor dem Ziel zog Bernals „Ineos-Express“ aber an ihm vorbei. sda/SC

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