Rücktritte

Auf Wiedersehen – und herzlichen Dank!

Jährlich verabschieden sich Athletinnen und Athleten aus dem Spitzensport, nach Olympiasaisons ist die Anzahl der Rücktritte überdurchschnittlich hoch. Durch ihre hervorragenden Leistungen auf dem Fahrrad konnten wir vielerlei Werdegänge verfolgen, Geschichten hören und vor allem Emotionen erleben. Folgend möchten wir uns von zahlreichen Persönlichkeiten verabschieden, die in den letzten Jahren zum Nationalkader gehört, Swiss Cycling an zahlreichen Wettkämpfen vertreten und uns viel Freude bereitet haben.

Tristan Marguet

Tristan oder auch «Titi», wie er überall genannt wird, ist in den letzten Jahren zur fixen Grösse des Schweizer Bahnradsportes geworden. Nach rund fünfzehn Jahren im Oval tritt der 34-jährige Unterwalliser per Ende Jahr zurück und arbeitet künftig bei Swiss Cycling als Trainer. Von den im Rahmen seiner Erfolge an Welt-, Europa- und Schweizer Meisterschaften sowie an Sechstagerennen und Weltcuprennen gemachten Erfahrungen wird er dem Nachwuchs so einiges auf den Weg geben können.

Bild: Arne Mill

David Graf

Mit seinem Bronzemedaillengewinn an der BMX-WM in Papendal beendete ein ganz grosser Schweizer Radsportler seine Karriere. David Graf prägte die Schweizer BMX-Szene für viele Jahre und machte den Sport hierzulande populärer. Für einen Medaillengewinn an Olympischen Spielen reichte es bei seinen zwei Teilnahmen nicht, dafür durfte der 31-Jährige zahlreiche Podestplätze an Europa- und Weltmeisterschaften sowie Weltcuprennen feiern. Nun gibt Graf seine langjährige Erfahrung als BMX-Nationaltrainer an die Schweizer Elite-Athletinnen und -Athleten weiter.

Bild: Nico van Dartel

Matthias Stirnemann

Eine Abschiedsvorstellung, welche vielen in Erinnerung bleiben wird, war das letzte Rennen von Matthias Stirnemann. Im Retro-Style und mit einem alten 26-Zoll-Bike legte der Aargauer am diesjährigen Weltcup in Lenzerheide eine unvergessliche Show hin. Der 30-Jährige ist bereits seit seinem fünften (!) Lebensjahr auf dem Bike anzutreffen und galt stets als sehr guter Techniker. Fünfter in der Weltrangliste 2016, ein fünfter Platz an der EM im gleichen Jahr sowie der sechste Platz an der WM sind seine grössten Erfolge. Dazu kam 2017 der Cape Epic-Gesamtsieg an der Seite seines damaligen Teamkollegen Nino Schurter.

Bild: EGO-Promotion/Armin Küstenbrück

Andrea Waldis

Nach über zehn Jahren im Spitzensport hat sich die Schwyzerin Andrea Waldis entschieden, ihre Karriere zu beenden. Nachdem sie 2012 Juniorinnen Weltmeisterin auf dem MTB geworden war und in den folgenden Jahren mehrere U23-Weltcup Rennen gewonnen hatte, feierte sie auch auf der Bahn und der Strasse Erfolge. Vor allem der vierte Platz im Omnium an der Elite-Bahn-EM in Berlin 2017 offenbart, wie vielseitig die 27-Jährige unterwegs ist. Nun konzentriert sich Waldis auf ihre Lehrerausbildung, welche sie im Sommer 2022 abschliessen wird.

Bild: Wim Hoste

Lukas Flückiger

Rund 27 Jahre, nachdem Lukas Flückiger 1994 an seinem ersten MTB Rennen teilnahm, hat er in diesem Jahr seine Dernière bestritten. Mit seinem jüngeren Bruder Mathias Flückiger bildete er das bekannte Duo «Flückiger Brothers». 2012 kam es anlässlich der WM in Saalfelden zum «familiären Highlight, als Lukas und Mathias hinter Nino Schurter die Ränge zwei und drei belegten. Lukas Flückiger bestach nicht zuletzt durch seine Vielseitigkeit. So vermochte der zweifache Radquer-Landesmeister im Herbst seiner Karriere auch im Marathon zu überzeugen. Zum Abschluss liess er sich als Schweizer Marathon-Meister feiern und setzte damit einen schönen Schlusspunkt.

Bild: EGO-Promotion/Armin Küstenbrück

Cyrille Thièry

Mit Cyrille Thièry zieht sich ein weiterer vielseitiger Fahrer aus dem Schweizer Radsport zurück. Der Gesamtsieg des GP Rüebliland 2008 war der Startschuss zu einer erfolgreichen Karriere auf der Strasse und der Bahn. Ein U23-EM-Titel, zahlreiche Schweizer Meistertitel, EM-Medaillen und zwei Olympiateilnahmen sind nur einige Höhepunkte in der beeindruckenden Karriere des 31-jährigen Waadtländers. Als Assistent des Para-Cycling-Nationaltrainers Daniel Hirz wird Cyrille dem Radsport verbunden bleiben.

Bild: Guy Swarbrick

Thèry Schir

Nach rund 18 Jahren im Leistungssport war für den 28-Jährigen lange vor der Reise nach Tokio klar gewesen, dass er seine Karriere nach den Olympischen Spielen beenden würde. Mit seinen siebten Plätzen im Omnium und im Madison in Tokio belohnte er sich mit einem würdigen Abschluss seiner beeindruckenden Karriere. Während seiner Laufbahn gewann Thèry Schir zahlreiche Titel und Medaillen an Welt-, Europa-, und Schweizermeisterschaften; er stellte Schweizer Rekorde auf und nahm zweimal an Olympischen Spielen teil. Nun lässt sich der Lausanner zum Immobilienmakler ausbilden.

Bild: Swpix.com

Mathias Frank

Nach 14 Jahren im professionellen Peloton hängte Mathias Frank sein Rennvelo nach der Strassen-SM in Knutwil unweit seines Wohnorts Nottwil an den Nagel. Der ehemalige Schweizer Meister machte vor allem an den grössten Rundfahrten der Welt auf sich aufmerksam. 2014 beendete er die Tour de Suisse auf dem zweiten Gesamtrang, an der Tour de France fuhr er nur ein Jahr später auf den sensationellen achten Gesamtrang, und an der «Vuelta a España» gewann der 35-jährige Luzerner 2016 eine Etappe.

Bild: Keystone

Emilie Siegenthaler

Wer Emilie Siegenthaler nur als Downhill-Fahrerin kennt, soll eines Besseren belehrt werden. Vor ihrer erfolgreichen Karriere auf den schweren Bikes, in welcher sie mehrere Schweizer Meistertitel gewann und Top Platzierungen an Welt- und Europameisterschaften sowie Weltcuprennen erreichte, war die heute 35-jährige aus dem Berner Seeland als Cross-Country-Spezialistin unterwegs gewesen. Als Juniorin hatte sie den Europameistertitel und Weltcupsiege gefeiert, ehe sie aufs Downhill-Bike umsattelte, zur Schweizer Teamleaderin avancierte und in die Weltspitze vorstiess.

Bild: EGO-Promotion/Armin Küstenbrück

Reto Müller

Mit Reto Müller trat in diesem Jahr auch ein verhältnismässig junger Fahrer zurück. Gesamtsieger des GP Rüebliland, mehrfacher Schweizer Meister, Weltmeister und Bronzemedaillengewinner an den Junioren Weltmeisterschaften auf der Bahn und der Strasse: Die Medaillensammlung des 23-Jährigen ist trotz relativ kurzer Karriere beträchtlich. So vielseitig Müller im Radsport unterwegs war, so vielseitig interessiert ist er ausserhalb des Radsports. Fortan wird er sich seinem Ökonomiestudium widmen.

Bild: Keystone

Tobias Fankhauser

Nach Tokio direkt ins Masterstudium und in einen neuen Job: Tobias Fankhauser hatte offensichtlich keine Probleme, nach dem Ende seiner sportlichen Karriere den Weg ins berufliche Leben zu finden. Nach über zehn Jahren beendet ein weiteres Aushängeschild des Para-Cyclings seine Karriere. Seine wertvollsten Ergebnisse realisierte der 30-jährige Baselbieter an Olympischen Spielen. 2012 in London gewann er Silber, vier Jahre später in Rio Bronze.

Bild: Martin Rhyner

Sandra Graf

Nach über 20 Jahren im Spitzensport, sowohl in der Para-Leichtathletik als auch auf dem Handbike, beendet Sandra Graf ein grosses Kapitel ihres Lebens. Seit dem Jahr 2000 war die 52-Jährige ein sicherer Wert für Titel und Medaillen an internationalen Grossanlässen. Egal, ob Olympische Spiele, Marathons oder einfach Schweizer Meisterschaften – Sandra Graf war überall erfolgreich. Ihrem Sport bleibt die Appenzellerin erhalten, sie wird ein Teilzeitpensum als Trainerin des Schweizer Handbike-Nachwuchses belegen.

Bild: Keystone

Silke Pan

Mit Silke Pan beendet eine zweite erfolgreiche Handbikerin ihre Karriere. Die Deutsch-Schweizerische Doppelbürgerin fuhr 2013 Weltbestzeit im Marathon, gewann dreimal den Giro d’Italia, wurde 2015 WM-Zweite im Strassenrennen und gewann im gleichen Jahr ein Weltcuprennen. Neben ihrer erfolgreichen Karriere auf dem Handbike war die 48-Jährige auch in dessen Entwicklung sehr engagiert. So tüftelte sie mit diversen Hochschulen an der Entwicklung neuer Technologien für ihren Sport.

Bild: Nicolai Morawitz

Fabian Giger

In den letzten Jahren ist Fabian Giger in den Ranglisten der bedeutendsten MTB-Rennen nicht mehr ganz vorne aufgetaucht. Es gab jedoch eine Zeit, in welcher der heute 34-Jährige aus Rieden im Kanton St. Gallen zu den besten Cross-Country-Spezialisten des Kontinents gehörte. So liess sich Giger an den Europameisterschaften der Jahre 2014 und 2016 jeweils die Silbermedaille umhängen, an den European Games 2015 in Baku wurde er Dritter. Seinem Sport bleibt er über die aktive Karriere hinaus erhalten – aktuell als Assistent von Ralph Näf, dem Chef des Thömus Swiss Bike Teams mit Aushängeschild Mathias Flückiger.

Bild: Ego-Promotion

Abgänge im Betreuerstab

Ein Quintett sagt Adieu

Nicht nur bei den Athletinnen und Athleten, sondern auch auf Trainer- und Funktionärsebene kommt es bei Swiss Cycling per Ende Jahr zu Rücktritten beziehungsweise Abgängen.

Daniel Gisiger, seit 2007 erfolgreich als Nationaltrainer Bahn und später auch als U19-Nationaltrainer Strasse tätig, geht in Pension. Der 67-jährige Bieler war anlässlich der EM von Anfang Oktober in Grenchen verabschiedet worden.

Jonas Leib, seit 2008 als Verantwortlicher für die Sportarten Strasse und Bahn engagiert, zieht es zur Partnerorganisation Cycling Unlimited; der 39-Jährige übernimmt das Amt des Technischen Direktors der Tour de Suisse.

BMX-Nachwuchs-Nationaltrainer Hervé Krebs, U19-Strassen-Nationaltrainerin Emilie Reber und Rubens Bertogliati, welcher seit 2019 zum Trainerstab des Männer-Strassen-Nationalteams gehörte, verlassen den Radsportverband.

Swiss Cycling bedankt sich bei Gisiger, Leib, Reber, Krebs und Bertogliati für das grosse Engagement und wünscht ihnen alles Gute für die Zukunft.

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