Weltmeisterduo im Dauereinsatz

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WINTERTHUR. Die WM-Revanche der Radballer wurde zum erwarteten Spektakel, wenn auch mit einem glücklos kämpfenden einheimischen Weltmeisterduo. Dank Altdorf blieb der Turniersieg allerdings verdienterweise in der Schweiz.

von Daniel Frei / Sportjournalist.ch
Am Donnerstagabend qualifizierten sich die Winterthurer Radballer souverän und mit einem Gesamtscore von 24:7 aus drei Partien für die Halbfinals im Schweizer Cup. Am Samstag hiess die Konkurrenz jedoch nicht mehr Möhlin, Liestal und Oftringen, sondern Gärtringen (De), Höchst (Oe), Svitavka (Cz) und Altdorf. Die WM-Revanche um den Löwencup in der Winterthurer Steinackerhalle stand im Mittelpunkt der internationalen Radballszene. Und da steht das Team bereits im Vorfeld im Dauereinsatz. In der Nacht auf Samstag kontaktierte so das Team aus Tschechien Peter Jiricek und dieser musste dem „Gegner“ das Hotel zeigen. Am Samstagvormittag half das Team beim Aufstellen der Infrastruktur und Installieren der Werbebanden. „Dies gehört seit Jahren dazu, dass wir tatkräftig mithelfen“, erzählt der dreifache Weltmeister Peter Jiricek. Von irgendwelchen Starallüren keine Spur. Er und sein Torhüter Marcel Waldispühl sind Sportler zum Anfassen. Das Heimturnier hat gerade deshalb für das gesamte Team einen sehr hohen Stellenwert. Und dies nicht nur sportlich.

lowencup_waldispuehl_jiricek

Spektakulärer Radballsport

Über 400 Zuschauer fanden den Weg in die Steinackerhalle und sorgten für eine tolle Stimmung. Alle fünf Teams bedankten sich auf ihre Weise und spielten ein sehr offensives Radball. Für einmal fehlte das taktische Geplänkel. Dass dies auch negative Folgen haben kann, bekamen die Winterthurer als erstes Team zu spüren. Der Weltmeister und die Altdorfer waren kurz vor dem Ende der Partie gleichauf, doch dann wollten die Winterthurer unbedingt den Sieg, mussten jedoch stattdessen das 5:6 hinnehmen. Die zweite Partie der Eulachstädter gegen Höchst aus Österreich wurde schon vor dem Turnier zur leichteren Beute. Der erst 16jährige Patrick Schnetzer spielt in Zukunft an der Seite von Dietmar Schneider, welcher sich von seinem Stammtorhüter Simon König kurz vor dem Turnier getrennt hat. Der Löwencup war ursprünglich als Abschiedsturnier gedacht. Die Winterthurer gerieten nie in die Gefahr, die Partie zu verlieren und gewannen problemlos mit 5:3. Gegen Svitavka aus Tschechien, die Weltmeister aus dem Jahre 2008, lag erneut ein Punktegewinn in Reichweite. Doch eine schlechte Chancenauswertung und oftmals fehlende Konzentration brachte stattdessen eine 3:4-Niederlage. Damit war der Turniersieg für Waldispühl/Jiricek vor der Neuauflage des WM-Finals gegen das deutsche Team aus Gärtringen definitiv kein Thema mehr. Die spannende Begegnung blieb lange ausgeglichen. Doch wer fünf Mal alleine auf den gegnerischen Torhüter fährt und kein Treffer erzielt, muss sich am Schluss nicht wundern, die Partie mit 4:7 zu verlieren.

Altdorf souverän

Der Turniersieg ging an den einzigen Nicht-WM-Teilnehmer. Roman Schneider und Dominik Planzer aus Altdorf lieben zum Einen den kräfteraubenden Winterthurer Boden und zum Anderen, wenn die Spielfreude und nicht die Taktik überwiegt. Der Gesamtweltcupsieger von 2008 musste einzig beim 3:3 gegen die überraschend stark aufspielenden Tschechen Punkte abgeben. Altdorf gewann die 28. Austragung des Löwencups ungeschlagen vor Tschechien und Deutschland. Zudem gewann Roman Schneider die Auszeichnung zum besten Torhüter. Der etwas enttäuschende vierte Schlussrang des Gastgebers wurde durch die perfekte Organisation von OK-Präsident Pascal Schüepp und seinem Team wettgemacht, was die anwesenden Zuschauer unisono bestätigten.

Resultate
Deutschland - Tschechien 2:4
Winterthur - Altdorf 5:6
Österreich - Tschechien 3:3
Deutschland - Altdorf 1:4
Winterthur - Österreich 5:3
Altdorf - Tschechien 3:3
Deutschland - Österreich 3:1
Winterthur - Tschechien 3:4
Altdorf - Österreich 3:2
Winterthur - Deutschland 4:7

Rangliste
1. Altdorf (Schneider/Planzer) 10
2. Tschechien (Hason/Hrdlicka) 8
3. Deutschland (Berner/König) 6
4. Winterthur (Waldispühl/Jiricek) 3
5. Österreich (Schnetzer/Schneider) 1

(17.01.2010)
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