Kein Glück beim Weltcupfinal

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OTROKOVICE. Der Weltmeister Deutschland gewinnt auch das Weltcupfinale in Tschechien. Vize-Weltmeister Winterthur spielt einmal schlecht und wird nur Sechste. Der Gewinn des Radball-Gesamtweltcups bleibt für die Winterthurer weiterhin auf dem Wunschzettel.

Von Daniel Frei / Sportjournalist.ch
Peter Jiricek ist weltweit der einzige Radballer, welcher jeden der neun Weltcupfinalturniere bestritten hat. Doch der Wettbewerb bleibt auch der einzige Grossanlass, welcher der 32-jährige Winterthurer Unternehmer noch nie gewinnen konnte. „Der Turniermodus des Weltcups ist sehr speziell. Ein schlechtes Spiel und schon ist man in der zweiten Ranglistenhälfte.“ Peter Jiricek und sein Torhüter Marcel Waldispühl startete im tschechischen Otrokovice mit einem standesgemässen 6:1-Auftaktsieg über Aussenseiter Tokyo. Doch die Partie gegen Ginsheim (D) ging komplett gegen den Spielverlauf mit 2:8 verloren. „Wir machten das Spiel und der Gegner die Tore.“ So einfach erklärte Trainer Petr Jiricek den Spielverlauf. Den Winterthurern gelang im Abschluss nichts und Ginsheim erzielte fünf Tore ins leere Tor und dies nach einem Fehlschuss der Winterthurer. Es war ein schlechtes Spiel und weil die Niederlage so hoch ausfiel, war dies bereits gleichbedeutend mit der verpassten Halbfinalqualifikation. Da vermochte auch der überraschend hohe Sieg gegen Höchst (8:1) nichts mehr zu ändern. Das abschliessende 4:4-Unentschieden gegen das heimische tschechische Nationalteam war unbedeutend. Selbst ein Sieg hätte nichts mehr geändert, dass Winterthur frühzeitig aus der Entscheidung fiel. Das Rangspiel gegen Zscherben (D) ging danach ebenfalls verloren. Die Motivation war weg und dem Gegner wurde der fünfte Gesamtrang regelrecht überlassen.

Wie speziell der Modus beim Weltcupturnier ist, mussten auch die Weltmeister aus Gärtringen (D) erfahren. Doch sie erfuhren die positive Seite, denn nach zwei schwachen Unentschieden schafften sie trotzdem noch den Sprung ins Halbfinale. Dort und auch im Endspiel gegen Tschechien spielten sie gewohnt souverän auf und zeigten, dass sie die Topform trotz zahlreichen Medienterminen und Festivitäten nicht gänzlich verschwunden war. Erstmals fand das Weltcupfinale nur eine Woche nach dem Saisonhöhepunkt statt. Wenn der internationale Verband UCI dem Weltcup den Stellenwert geben will, welcher ihm eigentlich gehört, dann tut er gut daran, dass das Finale zwei oder drei Wochen vor der WM stattfindet. Denn die WM ist und bleibt das Grösste im Radball. Danach ist die Luft draussen und die Spieler verdienen eine Erholungsphase. Und die Veranstalter des Finalturnieres erhalten motivierte Teams und tolle Partien.

10_nati_marcel_peter (06.12.2010)
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