Winterthur Zweite am Weltcupfinale

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Beim Weltcupfinale der Radballer in Oftringen wurde Sportgeschichte geschrieben. Erstmals gewann eine Mannschaft aus Japan einen Ernstkampf gegen ein europäisches Spitzenteam. Da ging das spannende Endspiel mit Winterthurer Beteiligung schon fast vergessen…

OFTRINGEN. Der zweifache Weltmeister Peter Jiricek gewann schon alle grossen Titel im Radballsport. Doch der Gesamtsieg im Weltcup fehlt dem erfolgsverwöhnten Winterthurer noch. Der Weg zum Titel war in diesem Jahr wie für den Winterthurer geschaffen. Ungeschlagen aus der Vorrunde wartete Mosnang im Halbfinale, welche in diesem Jahr gegen die Eulachstädter nie gewinnen konnten. Die erste Halbzeit war geprägt durch viel Taktik und wenig Spiel. Die logische Folge war, dass torlos die Seiten gewechselt wurden. Doch danach taten die Winterthurer mehr für den Sieg. Fünf Minuten vor Schluss gingen sie nach einem Corner durch Peter Jiricek in Führung. Vier Minuten später fiel die Entscheidung. Die Mosliger setzten sich vor dem Winterthurer Torraum fest, doch dann rutschte der Ball unter dem Tretlager hindurch zu Marcel Waldispühl, welcher den zweiten Treffer erzielte. Die Toggenburger haderten noch mit dem Schiedsrichterentscheid, welcher richtigerweise Vorteil laufen liess und schon lag der Ball zum dritten Mal im Tor der Mosliger. Mit diesem 3:0-Erfolg stand Winterthur nach 2004 und 2006 zum dritten Mal im Endspiel um den Gesamtweltcup. Ihr Finalgegner wurde in einem dramatischen zweiten Semifinal ermittelt. Gärtringen führte bereits im 5:1 gegen Höchst und die Partie war eigentlich entschieden. Doch je länger das Spiel dauerte, desto mehr verloren die Deutschen ihre Nerven. Je eine gelbe Karte wegen Reklamierens und der 5:5-Ausgleichtreffer der Vorarlberger waren die Folge davon. In der Verlängerung des Penaltyschiessens hatte Gärtringen aber die Nase vorn und gewann glücklich mit 10:9. Damit war der zweite Wegabschnitt aus der Sicht der Winterthurer geebnet, denn die deutsche Spielweise liegt den Schweizern deutlich besser als das Spiel der Österreicher.

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Nie geführt und doch gewonnen

Wie unbequem die Österreicher sein können, musste Mosnang im Spiel um Bronze erfahren. Beim 7:1 waren die Schweizer von Beginn weg chancenlos und Höchst schaffte verdient den Sprung aufs Podest. Das Finalspiel wurde spannender als es den Schweizer Fans lieb gewesen war. Winterthur dominierte die Partie von Beginn weg und ging auch in der Höhe durchaus verdient mit 4:1 in Führung. Kurz vor der Pause schaffte Gärtringen noch den Anschlusstreffer. Doch in der zweiten Halbzeit flachte das Angriffsspiel der Winterthurer ab. Insbesondere Routinier Peter Jiricek vergab zahlreiche gute Chancen und hätte das Spiel entscheiden können - ja müssen. Doch stattdessen kamen die Deutschen zurück ins Spiel und schafften den Ausgleichstreffer zum 4:4. Eine Verlängerung wurde notwendig. Und wieder diktierte Winterthur das Spielgeschehen. Doch drei Mal brachten sie einen Führungstreffer nicht über die Zeit. Im Gegenangriff glich Gärtringen immer gleich wieder aus. Wer eine Drei-Tore-Führung verspielt und danach dreimal in Führung geht, muss sich am Schluss nicht wundern, wenn man mit leeren Händen da steht. Das Penaltyschiessen brachte die Entscheidung, Gärtringen gewann mit 2:1 und ist Gesamtweltcupsieger 2009. Für Peter Jiricek hingegen bleibt alles beim Alten. Der 31-jährige Winterthurer kann in einem Ernstkampf kein Penaltyschiessen gewinnen und der Gesamtweltcupsieg fehlt weiterhin in seinem Palmares.

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Tokyo schlägt Titelverteidiger Altdorf

Gesprächsthema war für einmal nicht der Gesamtsieger oder einer der anderen Halbfinalisten, sondern das Team Kongo Tokyo aus Japan. Sie spielen nur beim Weltcupfinale, weil die beste Mannschaft Asiens einen fixen Startplatz inne hat. Spielerisch hinken sie der europäischen Spitze klar hinterher. Bisher muss man sagen. Denn beim Finalturnier in Oftringen gewann Kongo Tokyo mit Kinoshita Naoya und Matsuda Ko gegen Titelverteidiger und Schweizermeister Altdorf mit 3:2. In der ersten Halbzeit lagen sie bereits mit 3:0 in Führung. Danach spielten die Innerschweizer die Japaner regelrecht an die Wand. Doch es waren zu ungestüme Angriffe mit ungenauen Abschlüssen. Das klare Chancenplus vermochten Dominik Planzer und Roman Schneider nicht zu ihren Gunsten zu nutzen und verloren blamabel gegen die Asiaten das Spiel mit 2:3. Noch schlimmer als die verlorene Begegnung war aber die Tatsache, dass sie durch diese Niederlage die Halbfinalqualifikation verpassten. Zu den verbliebenen Teams gehörten dafür die anderen beiden Schweizer Topteams, Winterthur und Mosnang. Beide zogen ungeschlagen ins Halbfinale. Winterthur knüpfte zuerst Altdorf einen Punkt ab, gewann danach gegen Tokyo sicher mit 8:1 und erzielte gegen das deutsche Team aus Eberstadt ein 2:2. Im abschliessenden Spiel gegen Gärtringen ging es um den Gruppensieg. Dabei dominierten Waldispühl/Jiricek die Partie von Beginn weg und liessen den Deutschen nur wenig Spielraum. Diese wirkten hingegen stumpf und ideenlos. Die Folge war ein ungefährdeter 3:1-Sieg der Winterthurer. Gärtringen gewannen ihr letztes Gruppenspiel gegen Altdorf mit 7:5, so dass auch sie den Einzug unter die letzten Vier schafften. Mosnang gewann in der anderen Vorrundengruppe die Partien gegen Oftringen (4:0), Hechtsheim (4:2) und Svitavka (6:3). Nur gegen die Vorarlberger aus Höchst mussten sie durch ein 4:4-Unentschieden Punkte lassen. Hinter Höchst waren damit auch die Toggenburger eine Runde weiter. Die Gastgeber aus Oftringen, welche dank einer Wildcard beim Weltcupfinale dabei waren, hatten bis zu ihrem letzten Gruppenspiel eine theoretische Chance auf einen der begehrten Halbfinalplätze. Doch bei diesem blieb es auch. Der frischgebackene Schweizer Cupsieger rutschte durch die 1:6-Niederlage noch nach hinten und qualifizierte sich nur für das Rangspiel um den siebten Gesamtrang. Dieses Spiel gewannen sie gegen das an diesem Tag sehr schwache Altdorf mit 4:3.

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Bericht und Fotos: Daniel Frei

(16.03.2009)
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